Neue Medien 24. November 2009

Dicke Abmahnung von der Stadt Augsburg

Vorweg: ich wurde zum Glück nicht abgemahnt, aber bei so etwas muss man einfach Solidarität zu anderen Bloggern zeigen. Ich hab eben über ein paar Retweets davon erfahren, dass ein an und für sich netter unbescholtener Augsburger Bürger eine neue Domain registriert hatte: www.augsburgr.de – in Anlehnung an flickr.com. Unter der Domain wollte er zusammen mit 2 Freunden einen Blog betreiben, 3 Augsburger Jungs.

Nachdem er die Domain registriert hatte, schrieb er eine E-Mail an der Stadt, ob er die Domain so nutzen dürfe. Als Antwort hätte an sich ein „Ja, mach mal“ oder „Nee du ist nicht“ gereicht. Aber was macht die Stadt? Leitet das Ganze an einen externen Anwalt weiter und dieser setzt den Streitwert gleich mal auf 50.000 EUR. Und am Ende muss der arme Kerl die Domain löschen und soll dafür 1890 EUR Abmahnkosten an den Anwalt überweisen. Ja Hallo.. gehts denn noch?

Ist dann ja eigentlich nur noch eine Frage der Zeit, wann augsburger-allgemeine.de, uni-augsburg.de, regio-augsburg.de, fh-augsburg.de oder augsburg-airport.com abgemahnt werden. Eins würde mich nicht wundern, der nette Beamte vom Rathaus, der das weitergeleitet hat den Anwalt vielleicht kennt, sie zusammen golfen gehen oder so. Mehr schreib ich nicht, sonst werd ich auch noch abgemahnt 😉

Ich hoff doch sehr, dass Crailsheim nicht auf die Idee kommt, sonst würde das teuer werden für crailsheim-inside.de, aber nocht verlinkt crailsheim.de ja sogar von der Startseite auf uns.

Mehr zu Michael aus Augsburg findet ihr hier oder auf den Seiten der Augsburger Allgemeinen.

PS: Als allllerstes würd ich mal bistum-augsburg.de abmahnen. Die Kirche zahlt sowas doch aus der Portokasse 😀 Streitwert würd ich dann pro Mitglied ansetzen, soll doch recht katholisch/religiös geprägt sein – da im Süden rings um Augsburg 😉

Update: Ich hab eben mal @wuerzburg_de (offizieller Twitter-Account der Stadt WÜ) gefragt, ob sie das genauso abhandeln würden. Die Antwort darf man wohl als eher nein werten. 😉

[qtweet 6008782098]

Update II: Am Abend wurde bekannt, dass das Thema, nachdem es so große Wellen geschlagen hat (Spiegel Online, rheinzeitung.de etc.) inzwischen Chef-Sache ist. Der Oberbürgermeister hat sich inzwischen persönlich dafür eingesetzt, dass die Rechnung nicht mehr bezahlt werden muss und verspricht, dass solche Dinge in Zukunft erst einmal auf dem kurzen Dienstweg ohne Anwalt gelöst werden sollen. Nachlesen kann man das wieder bei der Augsburger Allgemeinen.


Dieser Artikel wurde am 24. November 2009 um 15:02 Uhr von mahrko veröffentlicht.
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Ein Kommentar

  • Reply Wem gehört eine Stadt? | Würzblog - Leben in, um und warum Würzburg 25. November 2009 at 15:25:30

    […] wurde beim Twitter-Account der Stadt Würz­burg nach­ge­fragt, wie das in Würz­burg gehand­habt wer­den würde und es kam die rechts­un­ver­bind­li­che […]

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