Trigami 15. März 2010

Spielregelerklärungen für Karten- und Brettspiele via Onlinevideo

Ehemalige Trigami-Review:

Die Jungs von Spiele-Offensive.de hatten eine interessante Kampagne ausgeschrieben, auf die ich mich gleich beworben hatte. Spiele-Offensive.de ist in erster Linie ein umfassender Online-Shop, in dem man Brett- und Kartenspiele – kurz Gesellschaftsspiele aller Art findet. Insgesamt sind es über 5000 Spiele, da sollte wohl für jeden was dabei sein. Man sollte bei der Kampagne aber nicht die Spiele an sich testen, sondern einen ganz besonderen Service, den der Shop anbietet und sich so von Wettbewerbern abhebt, denn Spielregelerklärungen auf Video gibt es sonst nirgendwo.

Bei schon über 250 Gesellschaftsspielen im Shop findet man eine Filmrolle in der Produktbeschreibung. Das Symbol zeigt an, dass hier eine Videoerklärung abrufbar ist. Kauft man das Spiel ist man automatisch berechtigt das jeweilige Spielregelerklär-Video abspielen zu dürfen – beliebig oft natürlich. Dieser Service ist kostenlos und ich hab extra geschaut, ob man nicht vielleicht vorher 5 Euro auf den Spielepreis drauf geschlagen hat, aber das war nicht so. Mein Spiel kostete zum Beispiel bei Amazon genau gleich viel. Auch beim Porto gibts keine böse Überraschung, denn Spiele-Offensive.de versendet versandkostenfrei (in Deutschland).

Die Produktbeschreibung mit der Filmrolle.

Die Produktbeschreibung mit der Filmrolle.

Nun will ich aber auch verraten, welches Spiel ich bekommen hab, man sieht es ja auch schon auf dem Screenshot. Das Brettspiel heißt „Schatten über Camelot“ und hat inzwischen doch einige Preise eingeheimst – zum Beispiel den Sonderpreis Fantastisches Spiel 2006. Ganz neugierig auf das Spiel hab ich noch in der Mittagspause angefangen die Videoanleitung zu schauen. Zunächst einmal dacht ich „uiii so viele Regeln und Möglichkeiten.. das versteh ich ja nie. Und das soll man ab 10 Jahren spielen können?

Regeln sind es schon einige, die Videoanleitung dauert insgesamt auch etwas über eine Stunde, aber es ist recht gut in Kapitel unterteilt. Man kann auch direkt zu einzelnen Kapiteln springen oder, wenn man etwas nicht genau verstanden hat, konnte man auch nochmal ein Stück zurück spulen bzw. springen und es sich noch einmal anschauen. Das Prinzip der Flash-Videos dürfte jeder von YouTube kennen.

Nachdem ich am Freitagnachmittag dann mit dem Video durch war, stieg die Vorfreude auf das Spiel am Wochenende. Ich hab gleich einen Aufruf in Facebook gestellt, denn alleine bzw. zu zweit kann man es (eigentlich) nicht spielen. Aber ein dritter Spieler fand sich schnell und er brachte am Sonntag dann sogar noch seine Schwester und deren Freund mit, schon waren wir fünf Leute. Neu für fast alle von uns war, dass man bei „Schatten über Camelot“ nicht gegen die andern Mitspieler, sondern gegen das Spiel spielt – das nennt sich kooperatives Spiel.

Spieleerklärer Björn - rechts die Kapiteleinteilung

Spieleerklärer Björn – rechts die Kapiteleinteilung

Kleiner Einschub: auch den Service bei Spiele-Offensive.de kann ich nur Loben, schon vor der Bewerbung wurde mir eine kleine Frage innerhalb einer Stunde beantwortet. Nach dem Auspacken des (originalverschweißten) Spiels hab ich leider gemerkt, dass ich nur 14 von 16 Schwertern in der Packung lagen. Ich hatte zu dem Zeitpunkt noch keine Ahnung, ob man die alle unbedingt braucht, also hab ich kurz eine E-Mail geschickt und nachgefragt, sollte ja keine böse Überraschung geben am Sonntag.  Wieder hat es nur eine dreiviertel Stunde gedauert, bis ich die Antwort erhielt: er habe bei Björn – dem Spielerklärer aus dem Video – nachgefragt und er habe gemeint, dass 14 Schwerter auch reichen. Trotzdem werde man mein Anliegen natürlich an den Ersatzteilservice weiterleiten.

Zurück zum Video: als das Video durch war, dachte ich schon „jaa…paar kleinere Dinge kapier ich noch nicht, aber das Spiel würd ich jetzt wohl spielen können“ Ich hab dann noch ein wenig die gedruckte Anleitung überflogen, welche aus 2 Teilen besteht –  zusammen in etwa 34 Din A4 Seiten. Das alles vor dem ersten Spiel zu lesen, wäre wohl ziemlich anstrengend gewesen. Die Anleitung ist zwar auch bebildert, aber wenn man es im Video gleichzeitig erklärt und visuell gezeigt bekommt, dann ist das doch die komfortablere Variante. Nachdem ich mir einen ersten Überblick verschafft hatte, packte ich alles wieder ein und nahm es am Sonntag mit zu Nicky. Dort haben wir im Anschluss an das Mittagessen beide die einzelnen Kapitel des Videos angeschaut. Nicky gings anfangs genau wie mir. Man versteht die ersten paar Minuten erst einmal nur Bahnhof. Sieben verschiedene Ritter – aha, Quests – ja, Schauplätze – mhh, wiederholbare und nicht wiederholbare Aufgaben und so weiter, aber nachdem Björn mit Phase 2 der Spielphase durch ist, dann hat man eigentlich einen ziemlich guten Überblick. Apropos Überblick – dazu passend das dritte Bild.

Eine weitere Kamera im Erklär-Video. Die Vogelperspektive.

Eine weitere Kamera im Erklär-Video. Die Vogelperspektive.

Ein paar Kleinigkeiten möchte ich auch noch zu der Anleitung anmerken, was uns beiden aus dem Video nicht ganz klar wurde war, wann gibt es eigentlich weiße Karten? Eine Möglichkeit war, wenn man eine schwarze Ritterkarte verdeckt ablegt, die hatten wir auch begriffen, aber was es dann mit der Spezialfähigkeit von Sir Gawain auf sich hatte, das verwirrte uns. Dort hieß es „Wenn Sir Gawain in Camelot weiße Karten zieht, erhält er 3 Karten anstatt 2.“ Ich mags im Video echt zweimal übersehen haben, dann beschwert Euch bitte in den Kommentaren, aber ich meine, es wird im Video nicht erklärt, dass man immer wenn man in Camelot ist, 2 weiße Karten nehmen darf, es sei denn man will gegen Katapulte würfeln.

Ein anderes Beispiel von etwas, das mir etwas unlogisch erschien: wieso unter dem Videokapitel „Spielvarianten“ zunächst die komplizierteren Abwandlungen erklärt werden, für die man schon einige Runden gespielt haben soll und danach erst die einfache Beispielrunde kommt. Andersrum würde meiner Meinung nach mehr Sinn machen. Aber das sind eher Kleinigkeiten. Die Frage nach den weißen Karten konnte man ja schließlich problemlos lösen, indem man kurz in die Anleitung schaute.

Insgesamt betrachtet fand ich die Videoanleitung ein schönes Extra, vor allem, da es ja nicht mehr kostet, als wenn man das Spiel woanders ohne das Erklär-Video erwirbt. 🙂 Damit begeistern sich demnächst vielleicht wieder mehr Leute, die seither von den komplizierten Anleitungen abgehalten wurden,  für ein neues Gesellschaftsspiel.

Wenn man ein kompliziertes Gesellschaftsspiel zum Geburtstag geschenkt bekommt und die Oma noch nicht online einkäuft, aber trotzdem nicht auf die Videoanleitung von Spiele-Offensive.de verzichten will, dann kann man die Rechte dafür übrigens gegen eine Schutzgebühr von 4 Euro auch einzeln erwerben. Oder genau andersrum: man ist sich nicht sicher, ob ein Spiel einem gefällt, dann kann man vorab schon die Videorechte erwerben und anhand der Videoanleitung vielleicht besser einschätzen, ob einem das Spiel zusagt. Wenn es dann zusagt und man es anschließend bei Spiele-Offensive.de kauft, dann wird übrigens die schon bezahlte Gebühr angerechnet und man bezahlt 4 Euro weniger für das Spiel.

Zwei Dinge hätte ich jetzt noch zur Videoanleitung, diese funktioniert auch mit DSL-Light recht gut. Man kann zum Beispiel das Video kurz starten und dann auf Pause drücken und 2-3 Minuten zum Beispiel das Spiel aufbauen. Dann hat der Ladevorgang einen Vorsprung und das Video ruckelt beim Abspielen nicht. Der zweite Punkt ist ein Wunsch-Feature, vielleicht wirds ja mal noch umgesetzt. Für schnelle DSL-Zugänge und große Bildschirme wäre eine High-Quality-Variante wie bei immer mehr YouTube-Videos verfügbar noch schön.

Das Spiel selbst uns allen sehr gut gefallen. Da Nicky und ich im Vorfeld unserer 5er Runde das Spiel ausprobiert hatten, konnten wir das Spiel den andern drei relativ fix erklären. Leider haben wir in der ersten richtigen Runde gleich mal gegen das Spiel verloren. Auch die zweite Partie in großer Runde entschied noch das Böse für sich. Abends, als wir nur noch zu zweit waren, hatten wir jedoch noch eine andere Möglichkeit gefunden, um zu zweit weiterspielen zu können. Nicky und ich spielten jetzt jeweils zwei Ritter gleichzeitig und so konnten wir auch zum ersten Mal das Böse besiegen 😉 Beweisfoto wurde natürlich gleich getwittert.

Mal sehen, was nächsten Sonntag geplant ist, vielleicht spielen wir dann einmal mit Verräter im Spiel. Der Tipp von Björn, den Verräter zunächst einmal wegzulassen war übrigens sehr gut. Anfangs ist es, auch ohne den Verräter, schon ziemlich schwer gegen das Spiel zu gewinnen. Man muss sich erstmal mit dem Spiel an sich richtig vertraut machen, um dann einen Schwierigkeitsgrad aufzusteigen.


Dieser Artikel wurde am 15. März 2010 um 23:08 Uhr von mahrko veröffentlicht.
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Ein Kommentar

  • Reply mahrko – co2-neutral durchs web » Bezahlte Blogeinträge — OK oder No-go? 25. Juli 2011 at 15:53:18

    […] Trigami blogge ich ja nun schon eine ganze Weile. Getestet habe ich zum Beispiel LED-Taschenlampen, ein Brettspiel mit Videoanleitung oder auch Akkus für meine Kamera. Alles Produkt-Reviews, bei denen ich ohne schlechtes Gewissen […]

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