Heimat 15. Juli 2011

Was macht ein DB-Fahrkartenautomat im Parkhaus des Haller Kocherquartiers?

Vorweg: das erst vor kurzem eröffnete Kocherquartier befindet sich in der Haller Innenstadt, rund 1100 Meter vom Schwäbisch Haller und gute 3 Kilometer vom Hessentaler Bahnhof entfernt.

Es muss irgendwann im Mai gewesen sein, als ich im Haller Tagblatt eine Ankündigung gelesen habe, dass in Kürze ein DB-Fahrkartenautomat im Untergeschoss des Kocherquartiers neben dem Parkautomaten aufgestellt werden soll. Mein erster Gedanke damals war: „Ähh der 1. April ist doch schon vorbei – was soll denn jetzt der Scheiß?!?“

Vor allem: laut eigenes verschickter Pressemitteilung der Bahn, wurden hier 25.000 Euro, für den deutschlandweit ersten nicht an einem Bahnhof aufgestellten Automaten, investiert! Irgendwie hätte man  das Geld deutlich sinnvoller investieren können. Zum Beispiel in einen der beiden renovierungsbedürftigen Bahnhöfe. In Hessental gibt es ja nicht einmal richtige Zielanzeiger an den Gleisen. Am Stadtbahnhof sicherlich auch nicht, aber der spielt ja sowieso nur eine untergeordnete Rolle.

Heute war ich wieder mal im Parkhaus und kam am Automaten vorbei und dachte mir nur „What the fuck?“, denn die Schlange am Bahnautomaten war länger als am Parkautomaten. Zum Beweis hab ich gleich ein Foto gemacht!

2 am Parkautomat, 3 am DB-Automaten

2 am Parkautomat, 3 am DB-Automaten

Ich bin dann weiter Richtung Stadt, aber musste die ganze Zeit drüber nachdenken, was das wohl für Menschen sind. Auf dem Foto hat eine ja sogar noch ihren Koffer dabei! Oder gibt’s in der Ebene -2 eine U-Bahn Station, von der ich noch nichts weiß? Wohl eher nicht.

Auf dem Rückweg kam ich ein zweites Mal an den Automaten vorbei kam und schon wieder standen 2 Personen am Bahnautomaten. Da musst ich einfach ganz bescheuert nachfragen: die ältere Dame erklärte mir, dass sie hier endlich mal in aller Ruhe den Automaten bedienen könnte und nicht immer einer hinter ihr drängeln würde, weil er’s eilig hat und auf den Zug muss. Okay 1:0 für die Bahn. An so was hab ich natürlich nicht gedacht. Aber ob man den zweiten Automaten nicht besser am Bahnhof aufgestellt hätte?

Update:
Von @zideshowbob kam eben der Hinweis, dass im Bundestag Checkin-Automaten von AirBerlin stehen würden. Wenn man den Kasten mit den Feuerlöschern rechts abhängen würde, dann hätte das Kocherquartier dafür auch noch Platz. Für den Wischmob findet man sicher auch noch ein alternatives Plätzchen!

Immerhin liegt Schwäbisch Hall strategisch günstig, genau zwischen den AirBerlin Flughäfen Stuttgart und Nürnberg, beide jeweils nur rund 100 Kilometer entfernt. Mag jemand die Pressestelle von AirBerlin anschreiben? 😉 Ich möcht’s mir mit den nicht gleich versauen, ich brauch die vielleicht mal noch für was anderes….


Dieser Artikel wurde am 15. Juli 2011 um 17:33 Uhr von mahrko veröffentlicht.
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14 Kommentare

  • Reply derhenry 18. Juli 2011 at 16:37:55

    Ab und zu laufe ich auch zum Bahnhof und kaufe Tickets für einen anderen Tag, ohne das ich gleich einen Zug nutze. So blöd ist das gar nicht.
    Erstaunlich finde ich, dass so ein Teil 25 TEUR kosten soll…

  • Reply Sabine 1. August 2012 at 12:19:53

    Ich finde die Idee gar nicht schlecht, denn wer kennt es nicht:
    Man muss seinen Zug erwischen, aber die Automaten sind mal wieder belegt mit Leuten die ewig brauchen. Jetzt kann man in aller Ruhe ein Ticket kaufen, an einem Platz, der nicht so überlaufen ist.
    Grüße Sabine

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