Alte Medien Video 15. Februar 2012

Ferngespräch ins Weltall

Der Weg des Bildsignals von der ISS nach Mainz. (© zdf.de / Screenshot Mediathek)

Gestern Abend hat das heute-journal im ZDF den Astronauten André Kuipers (@astro_andre) auf der ISS interviewt. Ganz schön viel Vorbereitungen waren dafür  notwendig.

Besonders interessant fand ich den Weg, den das Bild- und Tonsignal von der ISS zu mir zurücklegen mussten.

Zunächst ging es von der ISS, die die Erde in 400km Höhe umkreist, zu einem Satelliten in 36.000 km Höhe. Von dort funkte man das Signal wieder runter auf die Erde, genauer gesagt ins Kontrollzentrum der NASA in Houston, Texas. Anschließend wieder hoch ins All über einen zweiten Satelliten und zurück auf die Erde ins Columbus-Kontrollzentrum in Oberpfaffenhofen. Danach schickte man das Signal von Oberpfaffenhofen über ein Kabel nach Köln ins Astronautenzentrum, macht so ungefähr 600 km. Von Köln nach Mainz nahm es ebenfalls nicht ganz den direkten Weg, sondern wieder den Umweg ins All über einen dritten Satelliten.

Wenn man dann das heute-journal so wie ich über Sat-Empfang geschaut hat, dann ging das Signal natürlich noch ein viertes Mal hoch ins All. Der vierte Satellit fehlt auf der Animation, einfach hinzu denken.

Der Weg des Bildsignals von der ISS nach Mainz. (© zdf.de / Screenshot Mediathek)

Der Weg des Bildsignals von der ISS nach Mainz. (© zdf.de / Screenshot Mediathek)

  • ISS zum 1. Satellit: ~35.600 km
  • Vom 1. Satellit nach  Houston ~36.000 km
  • Houston über den 2. Satellit nach Oberpfaffenhofen: ~72.000 km
  • Oberpfaffenhofen via Kabel nach Köln: ~600 km
  • Köln über den 3. Satelliten auf den Lerchenberg: ~72.000 km
  • Ins Nachrichtenstudio N1:~500m
  • Vom Lerchenberg via Astra (4. Satellit) nach Fronrot: ~72.000km (nicht in der Animation zu sehen)
  • Von meiner Schüssel bis in mein Zimmer: ~25m (ebenfalls nicht in der Animation)

Macht summa summarum 288.200,525 Kilometer bis das Signal endlich bei mir ankam. Und ja ich weiß, in einer Physikklausur hätte ich jetzt Punktabzug bekommen, weil das Ergebnis viel zu genau angegeben ist. Daher sagen wir einfach rund 290.000 Kilometer. Im Ergebnis sieht das Interview dann so aus:


Dieser Artikel wurde am 15. Februar 2012 um 14:31 Uhr von mahrko veröffentlicht.
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