Auf Reise 12. März 2013

Glück im Unglück: Verfrühung bei der Bahn

Da es vergangenen Freitag möglichst preisgünstig zum BarcampRuhr in Essen (Blogeintrag folgt noch) gehen sollte, habe ich ein Sparpreis-Ticket von Stuttgart über die linke Rheinstrecke nach Köln gebucht. Landschaftlich ja ohnehin eine der schönsten Strecken in Deutschland, also nahm ich die längere Fahrzeit gerne in Kauf. Es kam allerdings anders und am Ende der Fahrt war ich eine Stunde zu früh am Ziel.

Auf dem Weg zum Gaildorfer Bahnhof war ich noch kurz beim Bäcker, dort erreichte mich dann der Verspätungsalarm per E-Mail. Ich erfuhr, dass mein ICE von Stuttgart nach Mainz heute aufgrund technischer Probleme ersatzlos gestrichen wurde. Normale Bahnfahrer hätte sich jetzt wahrscheinlich tierisch aufgeregt, ich hingegen habe mich ein bisschen gefreut.

Mit der Bahn quer durch's Land.

Mit der Bahn quer durch’s Land.

Zugausfall ist bei einem Sparpreis-Ticket gleichbedeutend mit Aufhebung der Zugbindung und freier Streckenwahl, zumindest wenn man sich am Service-Point nicht ganz dumm anstellt. In Stuttgart angekommen, ließ ich mir also die Zugbindung aufheben und durfte so ICE-Strecke über Mannheim, Frankfurt-Flughafen nach Köln benutzen.

Statt gemütlich mit 100 Stundenkilometern am Rhein entlang zu zuckeln, ging es jetzt mit knapp 300 über die Schnellfahrstrecke. Bis Mannheim musste ich leider im Bordbistro stehen, die Auslastung lag bei gut 150%, aber das ist klar, wenn der unmittelbar zuvor verkehrende Zug komplett ausfällt. Ab Mannheim hatte ich dann jedoch wieder einen meiner Wunschsitzplätze: am Tisch, in Fahrtrichtung mit Steckdose und funktionierendem WLAN!

Die durch den Ausfall nicht gefahrene linke Rheinstrecke.

Die durch den Ausfall nicht gefahrene linke Rheinstrecke.

Pünktlich in Köln angekommen, musste ich erneut nur auf der einen Bahnsteigsseite rauspurzeln und auf der gegenüber liegenden Seite wieder einsteigen. Der letzte Stück fuhr ich im EuroCity der SBB nach Essen Hbf. Ankunftszeit in Essen war somit 17:55 Uhr statt 18:57 Uhr. Macht alles in allem 62 Minuten Verfrühung.. 😉

Man muss es nur richtig anstellen – daher hier meine Tipps:

  • Verspätungsalarm für seine Verbindung erstellen. Am besten gleich beim Ticket buchen.
  • alternativ: frühzeitig (1-2 Stunden vor Abfahrt) seine Fahrt auf Verspätungen oder Ausfälle prüfen.
  • Bei erkennbaren Auffälligkeiten Ersatzverbindungen checken. Die „Live Auskunft“ unter m.bahn.de eignet sich hierzu besser, als die DB Navigator-App.
  • Selbst aktiv werden – gegebenenfalls Zugbindung aufheben lassen oder Fernverkehrsfreigabe ausstellen lassen. Dies übernehmen Servicepoint oder Reisezentrum. Wenn der Anschlusszug nicht mehr erreicht wird, dann können die Zugbindung auch die Zugbeleiter (Schaffner) aufheben.
  • Wenn Anschlüsse knapp werden, meldet Euch beim Zugpersonal und lasst den Anschlusszug vormerken. Hat man Glück, dann wartet dieser nun ein paar Minuten auf Euch. Gefällt wird diese Entscheidung bei der Transportleitung.
  • Und wenn es doch mal schief geht: Fahrgastrechte in Anspruch nehmen, ab 60 Minuten Verspätung gibt es 25%, ab 120 Minuten 50% vom Fahrpreis wieder. Näheres dazu auf der Bahnwebseite.

Wenn ihr noch weitere Tipps habt, ab damit in die Kommentare.


Dieser Artikel wurde am 12. März 2013 um 15:17 Uhr von mahrko veröffentlicht.
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2 Kommentare

  • Reply Janett 12. März 2013 at 15:24:25

    Ich mag die Rheinstrecke auch, nicht nur wegen der Reizvollen Aussicht, mir wird von dem Highspeed auf der anderen Strecke auch oftmals leicht übel oder ich bekommen so einen Überdruck auf den Ohren. Aber ja, wenn ich abends ewig unterwegs bin, dann nehm ich auch lieber den Schnellzug…

    • Reply mahrko 12. März 2013 at 19:09:29

      Im ICE macht mir der Druck im Tunnel eigentlich nichts aus. Schlimmer ist es im Intercity in alten Waggons. Da ist dann Hannover-Würzburg und Stuttgart-Mannheim ziemlich unangenehm…

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