Fotografie Heimat 2. Juni 2013

Hochwasser im Jagsttal (Juni 2013)

Ich geb’s ja zu, eigentlich hatte ich nach den Aufnahmen im Bühler-, Kocher- und Rottal schon genügend Hochwasserbilder gemacht, aber ich wollte unbedingt noch die vollgelaufene Bahnunterführung in Jagstzell fotografieren. Der Durchgangsverkehr wird über die L1060 Richtung Schwäbisch Hall über die Eggenrot, Holzmühle und Unterknausen umgeleitet, für Umleitung fallen 4,6 zusätzliche Kilometer an. Doch zunächst noch ein Zwischenstopp im Ellwanger Stadtteil Rindelbach.

Erste Vorboten auf die vollgelaufene Bahnunterführung der B290 in Jagstzell.

Erste Vorboten auf die vollgelaufene Bahnunterführung der B290 in Jagstzell.

Rindelbach bei Ellwangen:

Wenn ihr die Jagst in Action bei Hochwasser sehen wollt, dann fahrt zur Brücke in Rindelbach. Kurz vor der Brücke muss eine Staustufe oder etwas in der Art sein, jedenfalls war die Strömung unter und nach der Brücke der Wahnsinn. Wer da reinfällt…

Trügerisch still ist die Jagst kurz vor der Rindelbacher Brücke.

Trügerisch still ist die Jagst kurz vor der Rindelbacher Brücke.

Doch dann überquert die Jagst eine momentan überflutete Staumauer...

Doch dann überquert die Jagst eine momentan überflutete Staumauer…

...und dann war's das mit der Stille!

…und dann war’s das mit der Stille!

Auf der anderen Brückenseite dann folgendes Bild.

Auf der anderen Brückenseite dann folgendes Bild.

Mächtig aufgewirbelt zieht die Jagst weiter Richtung Jagstzell.

Mächtig aufgewirbelt zieht die Jagst weiter Richtung Jagstzell.

Schweighausen:

Eigentlich wollte ich von Rindelbach die kleine Straße im Jagsttal bis Schweighausen fahren, aber die Strecke war ab Schönau gesperrt. Also musste ich wieder zurück auf die B290. In Schweighausen stößt die Bundesstraße dann wieder auf das Jagsttal. Die Jagst fließt „eigentlich“ direkt an den Bäumen entlang.

Das Jagsttal bei Schweighausen. Normal ist das Flussbett der Jagst hier 2-3 Meter breit.

Das Jagsttal bei Schweighausen. Normal ist das Flussbett der Jagst hier 2-3 Meter breit.

Auf dem Damm im Hintergrund verläuft übrigens die Bahnstrecke Ellwangen – Crailsheim. Alle 2 Stunden verkehrt hier der IC Nürnberg – Stuttgart -Karlsruhe durch die Wasserlandschaft.

Land unter auch auf der anderen Böschungsseite des Straßendamms.

Land unter auch auf der anderen Böschungsseite des Straßendamms.

Das "reguläre" Flussbett der Jagst.

Das „reguläre“ Flussbett der Jagst.

Hier mündet die gesperrte Straße wieder auf die B290. Ich bin diese ein Stückchen reingelaufen. Das Wasser kam bedrohlich nahe an die Straße.

Die gesperrte Straße Richtung Rindelbach.

Die gesperrte Straße Richtung Rindelbach.

Hoffentlich wurde die Fahrbahn nicht unterspült.

Hoffentlich wurde die Fahrbahn nicht unterspült.

Wahrscheinlich war aber nicht das Jagstwasser der Grund für die Sperrung, sondern das Wasser von oben. Hier kam es zusammen mit etwas Hang runter auf die Straße.

Hangrutsch - wahrscheinlich der Grund für die Sperrung.

Hangrutsch – wahrscheinlich der Grund für die Sperrung.

Jagstzell:

Und schließlich bin ich endlich in Jagstzell angekommen. Die Jagst selbst macht dem Ort eigentlich keine Probleme, aber trotzdem läuft die Unterführung unter der Bahnstrecke mehrmals im Jahr voll.

Die Jagstbrücke in Jagstzell.

Die Jagstbrücke in Jagstzell.

Viel Wasser ja, aber die meisten Häuser sind in die Hügel gebaut.

Viel Wasser ja, aber die meisten Häuser sind in die Hügel gebaut.

Et voila. Die Bahnunterführung der B290. Nicht nur zu niedrig, sondern auch noch zu tief.

Die Bahnunterführung der B290 in Jagstzell steht oft unter Wasser.

Die Bahnunterführung der B290 in Jagstzell steht oft unter Wasser.

Die Jagst fließ zumindest nicht oberirdisch in die Unterführung, aber ich habe eine Vermutung. Laut Karte fließt hier noch ein verdolter Bach (also unterirdisch) zur Jagst hin. Wahrscheinlich staut sich dieser zurück und dann drückt das Wasser am tiefsten Punkt aus irgendeinem Gullideckel.

Fließt neben der Straße noch ein Bach in der Unterführung?

Fließt neben der Straße noch ein Bach in der Unterführung?

Offiziell gibt es keine Ausweichroute in Jagstzell, inoffiziell aber schon. Dazu fährt man ein kurzes Stück über (ehemaliges) Bahnbetriebsgelände, dann etwa 50 Meter verbotenerweise über einen Feldweg und gelangt so zum Friedhof. Von hier führt eine niegelnagel neue Brücke über die Bahnstrecke. Und schon ist man auf der anderen Seite! Aufgrund der engen Brücke ist die Strecke nicht für LKWs geeignet!

Zur Veranschaulichung: von Ellwangen kommend (B290 unten) vor der Unterführung an der Volksbank rechts abbiegen und gleich links halten in die „Sackgasse“. Am Ende der Straße nicht an der Wendeplatte wenden, sondern das grüne Stückchen bergauf fahren. Das grüne Stückchen ist offiziell für den Verkehr versperrt, aber ja…

Auf der Brücke darf mit Gegenverkehr gerechnet werden, alle Jagstzeller kennen und nutzen diesen Weg. Man sieht entgegenkommende Autos aber aufgrund der Kuppe nicht. Also schön Schritttempo fahren!

Die inoffizielle Umfahrung der Bahnunterführung.

Die inoffizielle Umfahrung der Bahnunterführung.

Unterhalb des Friedhofs sind auch noch zwei Bilder entstanden. Im Gegensatz zum Untersontheimer Sportplatz kann der Jagstzeller sogar noch bespielt werden.

Unterhalb des Jagstzeller Friedhofs.

Unterhalb des Jagstzeller Friedhofs.

Ein Teil des Jagstzeller Sportplatzes.

Ein Teil des Jagstzeller Sportplatzes.

Man könnte die Straße gerade als Slipanlage für Boote nutzen!

Man könnte die Straße gerade als Slipanlage für Boote nutzen!

Und zum Beweis hier noch die Unterführung von der anderen Seite. ;-)

Und zum Beweis hier noch die Unterführung von der anderen Seite. 😉

Zum Übersichtsbeitrag geht es hier entlang.

 


Dieser Artikel wurde am 2. Juni 2013 um 01:15 Uhr von mahrko veröffentlicht.
Seither wurde der Artikel 5.977x aufgerufen, aber bisher noch nicht kommentiert.

Hinterlasse einen Kommentar