Auf Reise 21. Mai 2014

Ehrlich währt am längsten…

2 am Parkautomat, 3 am DB-Automaten

Heute am späten Nachmittag auf dem Heimweg von der Arbeit – das heißt diese Woche vom ZDF-Studio in Berlin-Mitte – musste ich mir am Fahrkartenautomaten noch einen Fahrschein ziehen. Soweit eigentlich das Normalste der Welt. Doch als ich bezahlen wollte entdeckte ich, dass noch eine EC-Karte im Terminal steckte.

Nur ein Symbolbild ;-)

Nur ein Symbolbild 😉

Etwas ratlos nahm ich die Karte zunächst raus, bezahlte mein Ticket und wartete noch etwa 10 Minuten am Automaten in der Hoffnung, dass der Besitzer panisch zurückkehrt und seine Karte sucht. Doch es kam niemand, sodass ich die Karte erstmal einsteckte.

Eigentlich wollte ich die EC-Karte nun zur nächsten Polizeistelle bringen, aber GoogleMaps fand keine in der Nähe, sodass ich die Karte erstmal mit ins Hotel nahm. Als alter Nerd, hab ich in der Bahn den aufgedruckten Namen und Sitz der Bank in allen möglichen Formen gegoogelt sowie bei Facebook, Xing, Twitter und Linkedin danach gestalked, um dann genau einen Namensvertreter per E-Mail anzuschreiben. Der machte mir anhand der gefundenen Informationen einfach am meisten Sinn.

Parallel dazu setzte ich einen Tweet ab. In Fronrot hätte ich mir das sparen können, aber in Berlin hatte ich etwas Hoffnung. Jener Tweet hat in der Zwischenzeit fast 60 Retweets angesammelt. Großteils von Leuten, die ich überhaupt nicht kenne, aber die wohl auch an das Gute glauben…

Nach kurzer Verschnaufpause im Hotel und keiner heißen Spur auf Twitter wollte ich die EC-Karte gegen 21 Uhr beim Freund und Helfer, der Polizei am Hauptbahnhof abgeben. Doch die wollten die Karte nicht und schickten mich zum Servicepoint der Bahn. Da wollte man die Karte aber auch nicht und schickte mich nochmal weiter – nämlich zum anderen Servicepoint auf der Nordseite, nur dort würden Fundsachen angenommen.

Auf halben Weg zum Nordausgang wurde es mir zu doof und ich drehte um. Erstmal was bei Vapiano essen war der neue Plan. Und jetzt Achtung: als ich gerade fertig war mit Essen trödelte eine E-Mail ein. Vom Eigentümer der Karte! Ich hatte tatsächlich den echten Besitzer ergoogelt. Morgen fang ich dann bei der NSA an! Ich scheine ein gutes Händchen zu haben 😉

Kleiner Wermutstropfen für mich als großer Twitterfan: „leider“ hat die Mail über Twitter gesiegt. Aber Hauptsache der Besitzer ist gefunden!

In einer zweiten Mail habe ich noch gefragt, bei welcher Bank das Konto ist. Frage wurde korrekt beantwortet, das konnte wohl nur der echte Besitzer wissen. Morgen Nachmittag bekommt er also nun seine Karte zurück. Und ich wohl ein paar extra Karmapunkte – hoffe ich zumindest. Entgegen Euren Vermutungen ist die Karte übrigens noch nicht gesperrt!

PS: Was Fundsachen angeht, bin ich überzeugter Wiederholungstäter!


Dieser Artikel wurde am 21. Mai 2014 um 23:26 Uhr von mahrko veröffentlicht.
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2 Kommentare

  • Reply Torsten 22. Mai 2014 at 08:01:10

    Kenn ich. Hab mal nen Perso gefunden und wieder abgegeben, da war das mit der Adresse ja einfacher. 😉 Aber der Besitzer war nen Arsch. Man kann halt nicht immer Glück haben. Hättest aber nen Kuscheltier gefunden, hättest glaube noch mehr Retweets bekommen. 😉

  • Reply Benjamin Rösch 25. Oktober 2014 at 22:18:44

    Habe eben erst diesen Eintrag entdeckt und nutze die Gelegenheit, um mich noch einmal ganz herzlich bei Dir zu bedanken.

    Gesperrt hatte ich die Karte übrigens noch nicht, weil ich den Verlust bis zu Deiner E-Mail noch gar nicht bemerkt hatte.

    Vor vier Wochen ist mir dann aber das gleiche noch mal passiert. Ich greife nach dem Ticket im Automaten, stemple es ab und springe im letzten Moment in die U-Bahn. Nur dass ich diesmal sofort an die EC-Karte dachte und mich gleich am nächsten Halt auf den Rückweg machte. Die Karte war da aber schon weg und diesmal ließ ich sie dann auch gleich sperren. Zu Recht, denn dass ich ein zweites Mal einen solchen ehrlichen Finder erwischte, war erwartungsgemäß nicht der Fall.

    Das Thema EC-Karten im BVG-Automaten hat es übrigens auch schon in den Tagesspiegel geschafft. Das Problem ist, dass die Karte erst nach der Ticketausgabe freigegeben wird, dass dieser Vorgang sehr lange dauert und dass auf dem Bildschirm nicht darauf hingewiesen wird.

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