Eisenbahnreise 4. August 2018

Tag 1 der Tour Baltica – in 18 Stunden von Wiesbaden nach Białystok ganz im Osten Polens

Die letzten Tage vor dem Urlaub vergingen schneller als gedacht. Gestern war nun also der erste Reisetag. Mit rund 18 Stunden Reisezeit habe ich es mir gleich auch mal so richtig gegeben. Abfahrt in Wiesbaden war um 6:02 Uhr – beziehungsweise 5:40 Uhr, wenn man den Bus noch mitzählt. Ankunft in Białystok ganz im Osten Polens um 23:30 Uhr. Bis wir dann im Hotel waren schlug die Uhr schon Mitternacht.

Frankfurt Hauptbahnhof - bei Reisen ab Wiesbaden eigentlich meistens der erste Umstiegsbahnhof.

Frankfurt Hauptbahnhof – bei Reisen ab Wiesbaden eigentlich meistens der erste Umstiegsbahnhof.

Die erste Hälfte der gestrigen Etappe bin ich alleine gefahren. Malte war schon mal vorgefahren und stieg erst in Frankfurt an der Oder zu. Da mein Umstieg in Berlin vom ICE in den nur alle vier Stunden verkehrenden Berlin-Warschau-Express sehr großzügig geplant war, konnte ich noch mit einem RegionalExpress bis an die Oder-Grenzstadt vorfahren und hatte dort etwa eineinhalb Stunden für eine kurze Runde durch die Innenstadt.

Das zweite Frankfurt auf meine Route. So empfängt einen die Stadt an der Oder.

Das zweite Frankfurt auf meine Route. So empfängt einen die Stadt an der Oder.

In den Cafés am Marktplatz kann man es wohl ebenfalls aushalten.

In den Cafés am Marktplatz kann man es wohl ebenfalls aushalten.

Seit dem östlicheren Frankfurt reisen wir nun zusammen bis sich unsere Wege im estländischen Tallinn wieder trennen. Mit dem EuroCity der polnischen Bahn fuhren wir in rund 5,5 Stunden durch Polen bis Warschau. Dort hatten wir wieder rund 90 Minuten Aufenthalt, bevor es dann kurz vor neun Uhr abends mit der letzten Verbindung nach Białystok ging. Den Aufenthalt in Warschau nutzten wir für das Abendessen.

Unmittelbar nach dem Bahnhof in Frankfurt/Oder wird selbige überquert und damit auch die Landesgrenze nach Polen.

Unmittelbar nach dem Bahnhof in Frankfurt/Oder wird selbige überquert und damit auch die Landesgrenze nach Polen.

Eigentlich hatte ich fest eingeplant im Speisewagen zu essen, aber im EuroCity war es so heiß und voll, dass wir jegliche Aktivität einstellten. Positiv erwähnenswert: die polnische Bahn hat mehrmals Wasserflaschen im ganzen Zug verteilt. Kein Notwasser wie in Deutschland, sondern Service an allen Tagen.

Der Bahnhof in Gnizo in der sengenden Mittagshitze. Der Schottergeist macht auch lieber Pause.

Der Bahnhof in Gnizo in der sengenden Mittagshitze. Der Schottergeist macht auch lieber Pause.

Ansonsten kann man für alle Züge – sowohl in Deutschland als auch Polen – sagen, dass sie sehr gut ausgelastet waren. Und der EuroCity wie gesagt eben auch ein bisschen warm. Die 39 bis 40 Grad durch die polnische Prärie waren zu viel für die Klimaanlage. Besserung in Sachen Hitze gab’s erst am frühen Abend als wir durch ein Gebiet fuhren, in dem es kurz zuvor geregnet hatte.

Zum Glück fiel mir da wieder ein, dass ich mir ja einen Eisenbahner-Vierkantschlüssel gekauft hatte und so konnten wir das Kippfenster in unserem Abteil öffnen. Verspätung am Zielbahnhof hatte ich gestern nur einmal. Und zwar etwa 15 Minuten im letzten Zug am Abend.

Von Warschau haben wir nicht viel gesehen. Eigentlich nur den Kulturpalast.

Von Warschau haben wir nicht viel gesehen. Eigentlich nur den Kulturpalast.

Ansonsten war ich überpünktlich in Frankfurt am Main angekommen. In Berlin kam ich nach zwischenzeitlicher Verspätung von 19 Minuten im ICE dann doch wieder fast auf die Minute an. Beim Umstieg hatte ich Glück: ich erreichte noch den verspäteten RegionalExpress der Taktung davor, so fiel meine Wartezeit in Berlin weg und ich erreichte Frankfurt an der Oder sogar 17 Minuten vor Plan!

Ankunft kurz vor Mitternach mit einem neueren Fernverkehrszug der PKP.

Ankunft kurz vor Mitternach mit einem neueren Fernverkehrszug der PKP.

Abends fielen wir nach einer langersehnten Dusche beide sehr müde in unser Bett im Best Western Cristal. Mit 55 Euro die Nacht für zwei Personen auch ein ziemlich guter Preis. Das Hotel erreicht man in einer guten Viertelstunde Fußweg vom Bahnhof. Besonders lang blieben wir aber nicht. Checkin um Mitternacht, Checkout kurz vor 7 Uhr.

Von dort ging es an Tag 2 dann in einer Regionalbahn weiter über Suwalki und Kaunas in die litauische Hauptstadt Vilnius. Aber das lest ihr am besten im Blogpost zu Tag 2.

Statistik der Tour Baltica Wiesbaden – Bialystok Gesamte Tour:
Bahnkilometer: 1344 Kilometer 1344 Kilometer
Im Zug verbrachte Zeit: 18 Stunden 15 Minuten 18 Stunden 15 Minuten
Gesammelte Verspätung: -2 Minute * – 1 Minute
Anzahl der Züge: 5 5
Anzahl der Speisewagenbesuche: 0,5 ** 0,5
Fahrpreis: 32,40 € **  + 4,50 € **** 36,90 €

* 17 Minuten „Verfrühung“ in Frankfurt (Oder) und 3 Minuten in Frankfurt (Main) wurden abgezogen
* Ein Bier im Barwagen

** Interrail-Ticket (Anteilig)
*** Sitzplatzreservierung

Hilfreiche Links:


Dieser Artikel wurde am 4. August 2018 um 09:35 Uhr von mahrko veröffentlicht.
Seither wurde der Artikel 721x aufgerufen und bisher 4x kommentiert.

4 Kommentare

  • Reply Dieter 4. August 2018 at 12:57:47

    Schön so. Macht weiter und geniesst es! Ihr seid nur einmal jung! 👍

  • Reply Anonymous 5. August 2018 at 00:40:46

    Schlau das Ding mit dem Schlüssel 👏

  • Reply Thomas Langner 5. August 2018 at 10:20:04

    Berlin-Warszawa-Express nur alle 4 Stunden? Das geht zweistündlich mit einigen „Löchern“ oder Umsteigen in Posen (Poznan). Man muß das nur kennen.

    • Reply mahrko 6. August 2018 at 08:17:58

      Da hast du natürlich recht. Ein reiner Viertunden-Takt ist es nicht, aber ein vollständiger Zwei-Stunden-Takt auch nicht. Zwischen 9:37 und 12:37 Uhr fährt nämlich kein Zug in Berlin ab.

    Hinterlasse einen Kommentar