Auf Reise 1. Januar 2019

Mein Eisenbahnjahr 2018 – Wie viele Kilometer ich gefahren bin und was sich an Verspätungen angesammelt hat

Mehr Züge und mehr ICE sollen in Wiesbaden künftig Halt machen.

Im gerade zu Ende gegangen Jahr habe ich zum zweiten Mal in Folge Protokoll geführt. Während dem laufenden Jahr habe ich jede einzelne Bahnfahrt fein säuberlich in eine Tabelle eintragen, sodass die Auswertung am Jahresende eigentlich nur ein Ablesen war. Da die Excel-Tabelle in der Cloud hochgeladen war, konnte ich sie auch problemlos am Handy befüllen. Vorrangiges Ziel war es, am Ende des Jahres zu wissen, wie viele Kilometer ich gefahren bin und wie viel Geld ich dafür ausgegeben habe.

So sieht meine Excel-Tabelle mit der Bahnstatistik aus.

So sieht meine Excel-Tabelle mit der Bahnstatistik aus.

Knapp 30.000 Kilometer mit der Eisenbahn

Um ein Haar hätte ich dieses Jahr die 30.000er-Marke geknackt. Aber geworden sind es leider nur 29.635 Kilometer. Gut die Hälfte davon habe ich in Deutschland zurückgelegt, den Großteil davon zwischen Wiesbaden und Berlin.

Der im Ausland gereiste Part verteilt sich auf Tschechien, Polen, Slowenien, Österreich, der Schweiz, nochmal Polen, Litauen, Lettland, Estland, Russland, Finnland, Schweden, Norwegen und Dänemark. Im Wesentlichen bestand dieser Anteil aus einer kleineren Runde im Winter und einer sehr großen Reise im Sommer – zusammen waren das um die 13.000 Kilometer. Im Blog findet ihr die Berichte unter #Winterrail und #TourBaltica. Eine genauere Aufschlüsselung nach Land habe ich aber nicht erstellt.

Wie ich die Bahnkilometer immer ermittle habe ich erst vor kurzem in einem separaten Blogpost erläutert. Die Methode funktioniert mit etwas Übung sogar auf dem iPhone.

Ein kleiner Disclaimer muss hier noch erfolgen: Drei Fahrten im Fernbus durchs Baltikum und eine Busfahrt in Norwegen habe ich nämlich in der Statistik mangels Eisenbahnalternativen als Bahnkilometer mitgezählt. Die Abschnitte zusammen betrugen ungefähr 1500 Kilometer.

Egal ob große Bahnhöfe oder kleine wie im finnischen Osten. Viel herum gekommen bin ich das Jahr über.

Egal ob große Bahnhöfe oder kleine wie im finnischen Osten. Viel herum gekommen bin ich das Jahr über.

Verspätungen? Und wie oft fiel dein Zug aus?

Ein leidiges Thema beim Zug fahren sind ja meist die Verspätungen. Aber da kann ich nicht so richtig mitreden – auf all meinen Kilometern im Jahr 2018 habe ich 211 Minuten gesammelt. Was man dazu sagen muss: 180 Minuten stammen von einer einzigen Fahrt. Für alle anderen Fahrten zusammen benötigte ich also gerade mal 31 Minuten länger als kalkuliert.

Anders als die Deutsche Bahn mit ihrer 5:59-Minuten-Regel habe ich Verspätungen ab der ersten Minute gezählt. Wenn ich also um 9:02 statt 9:01 Uhr ankam, so wurde eine Verspätung von einer Minute notiert. Dafür habe ich im Gegenzug Verfrühungen oder wenn ich durch Verspätungen anderer Züge schneller war, als es der Fahrplan eigentlich hergab, auch wieder Minuten abgezogen. So hat sich eigentlich bis auf die eingangs schon erwähnte gute halbe Stunde alles aufgehoben.

Bei der Fahrt mit den +180 Minuten kam so einiges zusammen: Fahrzeugstörung, Streckenstörung, Nachtbaustelle mit Vollsperrung und knapp 250 Kilometer Umweg. Aber kein Ausfall! Kein einziger dieses Jahr. Außerdem konnte ich am nächsten Tag ausschlafen. Also war die Verspätung nicht so schlimm…

Erstmals bin ich dieses Jahr mit der Finnischen Eisenbahn gefahren. Kann ich nur jedem mal empfehlen. War auch immer pünktlich!

Erstmals bin ich dieses Jahr mit der Finnischen Eisenbahn gefahren. Kann ich nur jedem mal empfehlen. War auch immer pünktlich!

Weil ich an Silvester nochmal 720 Kilometer durch Deutschland unterwegs war, konnte der Blogpost auch erst im neuen Jahr online gehen. Meine letzte Fahr 2018 wurde gleichzeitig auch die erste Fahrt 2019. Als es dann auf der Hinfahrt im Duisburger Hauptbahnhof auf einmal hieß, dass unser Zug nun aufgrund einer technischen Störung erstmal überprüft werden müsste, habe ich zunächst ein wenig um meine Statistik gezittert.

Als ich jedoch die Bundespolizei mit Taschenlampen den Zug außen entlang gehen sah, wie sie unter den Zug leuchteten, da wurde das anfängliche Gefühl ganz schnell durch ein sehr flaues Gefühl in der Magengegend abgelöst. Wie werden doch nicht etwa eine Person überfahren…

Zum Glück gab es nach etwa 20 Minuten Entwarnung. Es wurde weder eine „technische Störung“, die immer kommuniziert wurde, noch sonst was am Zug gefunden. Bis zum Zielbahnhof konnte der Zug sogar nochmal einige Minuten rausholen, sodass ich gerade mal mit 11 Minuten Verspätung ankam.

Bei der Heimfahrt und auch sonst lief es das Jahr über ja nahezu perfekt. Ich geh also davon aus, dass mein Bahnkarmapunktekonto auch nächstes Jahr wieder gut gefüllt sein sollte… 😉

Fast alle Züge waren mit funktionierender Klimaanlage unterwegs. Aber man findet auch noch ein paar Bahnen ohne.

Fast alle Züge waren mit funktionierender Klimaanlage unterwegs. Aber man findet auch noch ein paar Bahnen ohne.

Was die Statistik sonst noch so hergibt…

Wie ihr vielleicht auf dem Screenshot der Tabelle schon gesehen habt, gibt’s noch einige weitere Spalten. Neben den Kilometern habe ich noch die Reisezeit und Anzahl der Züge notiert. In den Zügen und während der Umstiege am Bahnhof verbrachte ich dieses Jahr 357,5 Stunden. Umgerechnet sind das fast 15 volle Tage.

Ohne U-Bahnen und Straßenbahnen, die nicht Teil der Statistik sind, saß ich in 199 Zügen. Vielleicht waren es auch ein paar mehr, kann sein, dass ich die S-Bahnfahrt von Berlin Hauptbahnhof nach Berlin Friedrichstraße nicht jedes Mal mitgezählt habe. Die Reise mit der höchsten Durchschnittsgeschwindigkeit war eine Fahrt von Hamburg nach Berlin mit 151 km/h. Über alle Fahrten inklusive Umstiegspausen hinweg lag sie bei 87 km/h.

Ach übrigens: Wer die Tabellen-Vorlage haben möchte, der kann sie sich hier runterladen. Wer mit GoogleDocs arbeiten will, kann man sich die Tabelle über „Datei“ – „Kopie speichern unter“ auch gleich direkt in seinen Google-Account abspeichern. Nach den Überschriften kann man filtern, die Zusammenfassung am Ende der Tabelle rechnet dann auch nur noch mit den gefilterten Werten weiter.

Die Zeit im Zug muss man natürlich nicht nur Däumchen drehen. Man kann auch lecker Essen gehen im Speisewagen.

Die Zeit im Zug muss man natürlich nicht nur Däumchen drehen. Man kann auch lecker Essen gehen im Speisewagen.

Und was hat der Spaß gekostet?

Da zu den Bahnkilometern nicht nur die aus eigener Tasche bezahlten zählen, sondern auch meine Dienstreisen, lässt sich das nicht ganz so pauschal sagen. Was ich aber sagen kann ist, dass ich auf den 22.751 privat gefahrenen Kilometern inklusive zweier Nachtzüge mit Einzelkabine exakt 1479 Euro und 31 Cent ausgegeben habe. Das entspricht einem Kilometerpreis von 6,4 Cent.

Am günstigen waren übrigens die 5.000 davon in der 1. Klasse gefahren Kilometer. Da liegt aber vor allem daran, dass ich die Hälfte davon auf vier Freifahrten zurücklegte, die ich mit gesammelten Bonuspunkten der Bahn bezahlte.

Geflogen bin ich dieses Jahr nur zweimal. Dienstlich nach London und zurück. Ziel ist es auch 2019 die Anzahl der klimaschädlichen und leider viel zu billigen Flüge so niedrig wie möglich zu halten. Und jetzt mal schauen, was das neue Jahr so an Reisen bringt. Ich vermute mal, dass es eher weniger Kilometer werden. Aber wer weiß!

Eure Horrorgeschichten mit der Bahn dürft ihr gerne in die Kommentare schreiben. Vielleicht habe ich ja für den einen oder anderen einen Tipp, wie man es nächstes Mal besser machen kann.. 😉


Dieser Artikel wurde am 1. Januar 2019 um 18:50 Uhr von mahrko veröffentlicht.
Seither wurde der Artikel 755x aufgerufen und bisher 3x kommentiert.

3 Kommentare

  • Reply Karsten 1. Januar 2019 at 22:25:57

    Was ne Bilanz. 😮

    • Reply mahrko 1. Januar 2019 at 22:26:27

      Wie sieht denn deine aus? 😬

  • Reply Alex 3. Januar 2019 at 05:27:28

    Sehr cool.

  • Hinterlasse einen Kommentar