Hamburg, das erste Barcamp, das ich aufgrund der Länge auf zwei Blogartikel aufteilen musste. Den ersten Teil mit dem Donnerstag und Freitag habe ich bereits verbloggt. Hier geht es nun weiter mit dem Samstag und Sonntag.
Auch am Freitagabend wurde es wieder später im Schanzenviertel und so klappte das Aufstehen am Samstag nicht ganz so, wie geplant. Am Barcamp kreuzte ich dann erst gegen halb 12 auf. Es gab aber noch Frühstück und verpasst hatte ich auch nur Sessionvorstellungsrunde und die erste Session. Von daher gings ja noch
Meine Sessions am Samstag – dem zweite Barcamp-Tag:
12:00 Uhr: Besitz on Demand (Speaker: @renehamburg)
Gleich nach dem etwas späten Frühstück ging es zusammen mit @SveNit in die erste Session. René erzählte zunächst, wie sich sein Leben gewandelt hat. Alle Dinge, die beim Umzug stören, hat er auf den Dachboden verbannt oder weggeworfen. Bücher, CDs, DVDs. All das besitzt er heute nur digital. Oft nur “gemietet”. Portale für all das gibt es schon. Bei Online-Videotheken wie maxdome braucht man sich ja eigentlich keine DVDs mehr kaufen. Für Musik gilt dasselbe. Selbst auf das Auto kann man in Großstädten gut verzichten, da das Bus- und U-Bahn-Netz derart gut ausgebaut ist. Braucht man doch mal ein Auto, dann stehen in Hamburg z.B. 350 Smarts im ganzen Stadtgebiet verteilt via CarSharing zur Verfügung. Übers Handy gucken, wo das nächste Auto steht und einfach einchecken und los fahren. Für Fahrräder gilt dasselbe. Hier ist Hamburg ebenfalls bestens aufgestellt. Das StadtRad in Kooperation mit der Deutschen Bahn kostet die ersten 30 Minuten nicht einmal was.
All diese Besitz-on-Demand-Dinger funktionieren aber momentan bestenfalls in Städten. Eine Fahrradleihstation suche in Fronrot irgendwie vergeblich. Aber wenigstens können hier jetzt auf Dienste wie maxdome genutzt werden. Vor einem halben Jahr war dafür unser DSL noch zu langsam. Sven merkte noch an, dass Carsharing mit 2 Kindern auch gleich wieder wegfällt, denn Kindersitze seien nur im seltensten Fall in den Autos. All die Dienste lassen sich wohl am besten nutzen, wenn man alleine wohnt. Bei mehreren Personen im Haushalt rechnet sich auch eine Waschmaschine schneller wieder, als wenn man immer in einen Waschsalon muss und so weiter. Auf jeden Fall ein interessantes Thema, in dem Gebiet wird sich die nächsten Jahre noch viel verändern.
Diese verdammten Smartphone-Akkus! (Fotocredit @thomasbewegt)
Auch mein fünftes Barcamp in diesem Jahr ging wieder viel zu schnell vorüber, dabei war es doch sogar noch einen Tag länger. Das #bchh11 fand nämlich am Freitag und Samstag statt, nicht am Samstag und Sonntag wie meine bisherigen Camps, den Sonntag verbrachte ich aber trotzdem noch in der Stadt.
Opening-Party
Meine Anreise musste also bereits am Donnerstag erfolgen, denn bei gut 650km Anreise (6 Stunden Bahnfahrt), da wäre es etwas schwierig geworden am Morgen anzureisen, außerdem hätte ich dann ja die Opening-Party und die Pre-Opening-Party verpasst. Die offizielle Opening-Party fand im ZOË III statt. Nette Lokation im Schanzenviertel mit unzähligen Couchmöbeln. Besonders anerkennen muss man, dass die kompletten Getränke frei waren, erst spät in der Nacht war wohl unser Kontingent aufgebraucht und man musste das Bier bezahlen. Aber halb so wild
Vor der offiziellen Party traf ich mich aber schon mit ein paar meiner Follower auf ein Bier. Ich hatte am Montag einfach einen Tweet rausgehauen, wer am Donnerstagabend denn Lust auf ein Bier hätte. Vier Leute haben sich gemeldet und kamen dann auch alle. Keine No-Show-Rate. Somit weiß ich jetzt auch endlich mal, wen der @Schreibspecht immer mit seiner Spechtin meint.
Heimfahrt im Nachtbus
Da Donnerstagnacht die U-Bahnen noch nicht durchfuhren haben wir uns zu dritt ein Taxi bis zum Hauptbahnhof genommen. Danke nochmal an Sven fürs Sponsern! Ab dort ging es für mich dann im Nachtbus weiter. War gar nicht so einfach, als Nicht-Hamburger den ZOB zu finden. Einen Polizisten zu fragen stellte sich auch als wenig hilfreich heraus. Der meinte doch glatt, dass Nachtbusse alle am Rathausmarkt abfahren. Wenigstens konnte er mir dann auf die zweite Nachfrage hin sagen, wo sich der ZOB befindet, auch wenn er nochmal betonte, dass ich dort keinen Bus finden werde. Aber wenn mir die DB-Navigator-App sagt, dass mein Bus dort kurz vor 2 Uhr abfährt, dann glaub ich der mehr. Und so war‘s dann auch.
Wohl eine unvergessliche Busfahrt...
Mein Bus kam und es sollte meine bisher lustigste Nachtbusfahrt werden. An der Haltestelle hab ich noch 2 Jungs angesprochen, wo sie denn den Döner her hätten. Ich hatte auch noch hunger hatte. Da es sich aber als zu weit herausstellte, hab ich es dann sein lassen mit dem Dönerkauf und wurde deshalb immer wieder aufgezogen, da der Döner doch so lecker sei.
Im Bus fand sich eine Leihbücherei, total cool, sowas hab ich noch in keiner Stadt gesehen und auch in keinem anderen Bus in Hamburg, außer in diesem. Jedenfalls griff sich einer der beiden ein Buch heraus und so begann eine spontane Lesung im Bus. Mit zwei freiwilligen Teilnehmern und 6-7 etwas genervten und unfreiwilligen Teilnehmern. Uns war‘s egal, wir hatten unseren Spaß. Als er dann auch noch anfing, die Satzzeichen mit vorzulesen Komma da konnte er fast nicht mehr weiterlesen vor Lachen Punkt
Dieser Artikel wurde am 12. November 2011 um 20:01 Uhr von mahrko veröffentlicht. Seither wurde der Artikel 267x aufgerufen, aber bisher noch nicht kommentiert
Jetzt geht es ans Eingemachte! Ich habs versprochen, also will ich nun auch mein Wort halten. Es wird nicht ganz einfach, denn ich war nicht ja nicht gestern oder vorgestern in Hamburg, nein, ich war dort am 19. August 2008! Es war der letzte Reisetag meiner Deutschlandtour und leider hab ich aus mir nicht mehr ganz verständlichen Gründen nie darüber gebloggt. Auch der Abschlussbericht fehlte noch, aber den hab ich Donnerstagnacht runtergetippt!
So jetzt also zurück zu Hamburg. Ich wollte in Hamburg unbedingt noch das Miniaturwunderland sehen. Aber es waren Sommerferien und ich hatte absolut keinen Bock, den halben Tag davor Schlange zu stehen. Auf der Homepage haben die Betreiber ein Tool, das prognostiziert, wie viele Minuten Wartezeit man an Tag X zu Uhrzeit Y ungefähr haben wird. Es war ziemlich abschreckend und ich hatte erst kurz davon in Berlin einen halben Tag mit Schlange stehen vor dem Pergamonmuseum verbracht. Eine andere Lösung musste her. Und die gab es sogar!
Ich brach in Würzburg nämlich um 02:30 Uhr mit dem D-Zug(ja ganz ausgestorben ist diese Zuggattung doch noch nicht, sogar 2011 existiert es diese Verbindung noch!) auf nach Hamburg. Meine Ankunft war um 8.45 Uhr. Perfekt – um 9 machte das Miniaturwunderland auf! Vom Hamburger Hauptbahnhof ist es nicht weit in die Speicherstadt und ich war kurz nach 9 Uhr dort. Ich hatte zwar eine scheiß Nacht, aber ich war drin und das Wunderland noch komplett leer. Das sollte sich gegen Mittag ändern!
Doch zurück zur Fahrt: die hatte es nämlich in sich, denn auch nach 3 Jahren, weiß ich noch ziemlich genau wie sie ablief. Ich stieg in Würzburg in den Zug, ein und durfte nur einen Waggon benutzen, der Rest war meines Wissens mit Schlafsesseln ausgestattet, das hätte man extra bezahlen müssen. Im besagten Waggon gab es ca. zehn bis zwölf 6er-Abteile: alle schon besetzt bis auf eines, das eine hat mir der Zugbegleiter gezeigt, nachdem ich auch 5 Minuten nach Abfahrt noch im Gang umher stand.
Bevor ich jetzt weiter erzähl müsst ihr Euch folgende Szene aus dem Film Eurotrip angucken!
Genau an diesen schmierigen Typen erinnerte mich nämlich der einzige Mitfahrgast im letzten freien Abteil. Er saß schon drin und hatte 2 Aldi-Tüten als “Reisekoffer”. Mehrmals wollte er mich in ein Gespräch verwickeln, aber ich tat so als wär er Luft. Etwas zu trinken hat er mir glaub auch angeboten, aber ich wollte mit dem nichts zu tun haben.
Eigentlich wollte ich die 5 Stunden Bahnfahrt nutzen, um ein wenig zu schlafen, aber das war jetzt gestrichen. Ich wollte um alles in der Welt bloß nicht einschlafen. Gott sei Dank hatte ich ein Buch dabei. Ich kann nicht mehr genau sagen welches, ich dachte eigentlich es wäre Senk ju vor for trävelling with Deutsche Bahn gewesen, aber das passt nicht zum Blogeintrag, den ich über das Buch geschrieben hab. Ich das Buch nach Hamburg nämlich fertig gelesen und langweilte mich die letzte Stunde tierisch. Und von Senk ju vor trävelling schreibe ich, dass ich am Tag darauf auf der Fahrt von Würzburg nach Ansbach noch gelesen hätte. Ich weiß also nicht mehr, was ich da gelesen hab, aber ist ja auch nicht so wichtig. Es hat mich wach gehalten und ich hab die Fahrt heil überstanden. Nur war ich nun etwas unausgeschlafen, was auch kein Kaffee wieder wettmachen konnte.
Zurück zum Wunderland. Ich kannte es bisher nur aus kabel1-Reportagen und war so fasziniert von all den Details, dass ich bis in den Nachmittag dort blieb. Obwohl das Wunderland schon nicht billig war, kaufte ich mir noch ein extra Ticket zu einer Führung hinter die Kulissen. Und ich muss sagen, scheiß auf die zusätzlichen 15 Euro, das wars wert! Man wandert in einer Gruppe von 7-8 Leuten hinter die Anlage. Manchmal musste man echt den Bauch einziehen, so schmal waren die Wege. Meine Bilder vom Miniaturwunderland sind alle im Picasa-Album zu sehen.
Eine der engsten Stellen der Führung.
Irgendwann hab ich die alten Speicher aber dann doch wieder verlassen und bin ein wenig durch Hamburg marschiert. Wo ich genau was, kann ich nicht mehr sagen, ich hab auch keinen Bilder gemacht. Ich weiß nur noch, dass ich irgendwann am Hamburger Dom war, gemeint ist jetzt keine Kirche, sondern das Hamburger Volksfest. Aber lang war ich da auch nicht, es hatte mir glaub zu viele Leute dort. Zurück zum Bahnhof bin dann mit einem dieser Doppelgelenkbusse gefahren. Dies gibt es in Deutschland nämlich nur in Aachen und Hamburg. Musste also ausprobiert werden
Eines dieser langen Ungetümer!
Am späten Nachmittag fuhr ich dann noch ein ganzes Stück weiter gen Norden. Über Neumünster bis nach Flensburg, in der Punkte. Ja, aber irgendwie war’s das aber auch schon. Entweder ich war nach den 30 Tagen so am Ende meiner Kräfte und ich tu der Stadt jetzt total unrecht, oder Flensburg ist einfach nur hässlich gewesen. Jedenfalls war die gesamte Innenstadt eine Baustelle, die Kopfsteinpflaster wurden neu gemacht. Vielleicht ist sie jetzt schöner. Top Sehenswürdigkeiten scheint sie ebenfalls keine zu besitzen oder fällt Euch auf Anhieb irgendwas ein? Der Hafen war ein bisschen nett, aber Hallo, ich kam gerade aus Hamburg! Das war ein Hafen!
So hatte in in der Stadt recht schnell Langeweile. Früher heimfahren konnte ich aber nicht, denn mein Zug zurück, denn mein CityNightLiner CNL483 fuhr erst um 22.32 Uhr. Also hab ich beschlossen, ich fahr jetzt mal nach Dänemark. Mit dem Flensburger Stadtbus wars in 20 Minuten zu erreichen. Ich ging davon aus, dass ich dann in einem dänischen Ort lande, aber nein, der Bus hat einfach nur 300 Meter nach der Grenze umgedreht. Da stand ich also nun. 300m hinter der dänischen Grenze und meine einzigen Andenken ans das Land sind 4 Verkehrsschilder. Mehr gabs nämlich nicht zu sehen. Weiter fahren konnte ich ohne Dänische Kronen auch nicht
Ich bin dann wieder zurück auf die deutsche Seite gelaufen und fand dort eine Art Duty-Free Shop. Aber die besten Zeiten hatte der wohl auch schon hinter sich. Die 100m lange Außenrolltreppe von der Straße hoch war mit Planen abgedeckt und mit Moos bewuchert. Im Laden gabs ohnehin nur Ramsch also fuhr ich mit dem nächsten Bus zurück in die Innenstadt und hab noch kurz Proviant gekauft. Danach bin ich wieder zum Bahnhof gelaufen.
Den Nachtzug “Hans Christian Andersen” gibt es heute nicht mehr, aber ich weiß aber noch, dass er aus Kopenhagen kam und sonst nur noch in Neumünster hielt, nicht in Hamburg, Hannover bin ich mir nicht mehr sicher und dann erst wieder in Würzburg. Laut einem Eisenbahner-Forum wurde er wohl zum 10.12.2010 eingestellt. Dafür gibt es jetzt einen neuen Nightliner ab Flensburg, dieser fährt aber über Frankfurt nach Basel und nicht mehr via Würzburg nach München.
Ihr erinnert Euch noch an meine Hinfahrt nach Hamburg? Ich hatte schon große Angst, dass ich wieder kein Auge im Zug zu machen würde. Aber diesmal wars deutlich entspannter. Der Zug kam pünktlich um halb 11 und ich suchte meinen reservierten Platz. Ja weil Nachtzüge durfte ich ja nur mit Reservierung benutzen. Hat aber keine Sau kontrolliert, die 4 Euro hätte ich mir also sparen können. In meinem 6er Abteil saßen diesmal 3 Jugendliche aus Italien. Zwei auf der einen Seite, einer quer über alle 3 Sitze. Einer davon war meiner, also hab ich ihn geweckt und meinen Sitzplatz eingenommen. Geredet haben wir glaub nichts, aber es dauerte keine 20 Minuten, da hat er sich auf den Fußboden verzogen und sich dort wieder schlafen gelegt. Mir gehörten jetzt die 3 Sitzplätze.
Zwei Wecker hatte ich mir gestellt, dass ich morgens gegen 7 Uhr nicht in Würzburg verschlafe. Genutzt hat’s nicht, aufgewacht bin ich irgendwie nicht. Als ich zum Fenster raus geschaut hab, fuhren wir gerade durch Neustadt an der Aisch. Für die Nicht-Franken unter Euch: das ist gute 50km hinter Würzburg, eigentlich schon fast näher an Nürnberg. Ich hatte also verpennt! Ganz so wild wars mit meiner Flatrate aber ja nicht. Ich fuhr einfach bis Nürnberg und mit dem nächsten ICE wieder zurück nach Würzburg. Gegen 9 Uhr war ich wieder Zuhause und hab mich glaub erst einmal eine Runde hingelegt.
Meine Bahn-Statistik
Trip #25:
insgesamt:
Bahnkilometer:
1550,8 km
21.213,2 km
Im Zug verbrachte Zeit (inkl. Umsteigen):
20h 25min
225h 03min
Regulärer Fahrpreis:
261 EUR
3932 EUR
Rechnet man jetzt noch die Heimfahrt nach Fronrot dazu, dann landet man bei ungefähr 21.300 Bahnkilometern in 4 Wochen. Auf meinem Fotobuch steht 22.222km: soviel sind es leider doch nicht ganz geworden, denn wie gesagt musste Trip #26 (einmal Komplettrundreise Deutschland) ja leider ausfallen, irgendwie wusste ich das im Herbst, als ich das Buch erstellt hab dann wohl selbst nicht mehr so genau.
Ein wenig Stolz bin ich ja schon auf mich, dass ich aus meinem 249-EUR-Ticket knapp 4000 EUR rausgefahren habe
Damit wär dann das Kapitel Deutschlandtour in meinem Blog abgeschlossen! Mit etwa 3 Jahre Verspätung. Naja ich hab mich eben an der Bahn orientiert, die war auch nicht immer ganz pünktlich!
Dieser Artikel wurde am 11. Juli 2011 um 23:41 Uhr von mahrko veröffentlicht. Seither wurde der Artikel 472x aufgerufen und bisher 1x kommentiert