Auf Reise Barcamp 23. Januar 2012

Rückblick auf das Barcamp München 2012

Vergangenes Wochenende endete endlich die lange Barcamp-Winterpause. Zwei Monate ohne Barcamp vergingen seit dem Mainzer Barcamp inzwischen. Wie immer reiste ich schon am Freitag an um die Opening-Party nicht zu verpassen. Die Bahn und ihr kompliziertes Sparpreis-System wollten, dass ich schon am Nachmittag ankomme. Um den 19-Euro-Sparpreis zu bekommen, hab ich die Fahrt dann halt so gebucht. Das beim Fahrpreis gesparte Geld hab ich aber am Nachmittag  gleich wieder für Klamotten in der Innenstadt ausgegeben. Winterschlussverkauf gibt’s ja nicht mehr, aber S A L E war überall. Weiter ausführen werde ich den Einkauf jetzt aber nicht, bin ja kein Modeblogger.

Foursquare hat mir dann am frühen Abend verraten, dass die @snoopsmaus direkt um die Ecke war – in einem dieser Konsumpaläste aus Glas. Mit ihr hab ich mich dann zum Abendessen verabredet. Und kaum fiel das Wörtchen „Essen“ stand auch schon der @HubertMayer neben uns. Es stieß noch ein weiterer Bekannter von Romy dazu so ging es dann zu viert ins Ludwigs am Viktualienmarkt. Hubert hat kurzerhand #SchnitzelM gegründet, für mich gab’s Leberkäs mit Kartoffelsalat und die anderen beiden entschieden sich für Kässpätzle, was bei Romy schon Wochen vorher feststand. Wie kann man nur Spätzle mit München verbinden, ich werd’s wohl nie verstehen! Essen war jedenfalls lecker und danach ging’s direkt zur NIEDERLASSSUNG.

Gut gefüllter Sessionplan am Samstag....

Gut gefüllter Sessionplan am Samstag....

Hier fand die Opening-Party des Barcamps statt, da es hieß, dass man früh da sein sollte, sind wir gleich um 19 Uhr rüber. So haben wir dann auch noch einen reservierten Tisch bekommen. Wein, Gin und Cocktails ließ ich links liegen, ich blieb beim Bier. Je später der Abend, desto mehr bekannte Gesichter. Lustigerweise tauchte sogar noch @fiene auf, der auch zufällig in München war. Ebenfalls über Foursquare hatte ich davon mitbekommen und ihn so überredet kurz vorbei zu schauen. In der Niederlassung traf ich auch auf @Zwergschwein und @bobstriker, in deren Wohnzimmer ich die zwei Nächte geschlafen hab. Viele Dank nochmal an dieser Stelle!

Samstagmorgen ging es dann wieder rein nach München. Wir waren sogar rechtzeitig vor der Sessionplanung da, sodass noch Zeit für’s Frühstück war. Nach der Vorstellungsrunde ging es an die Sessionplanung. Auch diesmal findet man die Sessions wieder im Timetabler.

Erster Barcamptag – Samstag:

11:00 Uhr: Technologie ist weiblich (Speaker: @oliverg & @snoopsmaus)

In der ersten Session stellte @oliverg seinen Blog www.geekchicks.de vor. Diesen Blog hat er vor rund einem Jahr aufgesetzt, um damit weiblichen Bloggern eine Plattform zu bieten, damit diese über Tech-Goodies bloggen können. Das Projekt schlief Anfang April jedoch ein, seither wurde kein neuer Artikel mehr veröffentlicht. In der Runde wurde diskutiert, warum das so ist und was man dagegen machen könnte. Am Ende der Session wurden mit einigen interessierten Zuhörerinnen Adressen getauscht. Ich werde mal beobachten, was nun daraus wird.

12:00 Uhr: Projektmanagment in Russland (Speaker: alomuc)

Wer schon immer mal wissen wollte, wie ein türkisches Bauunternehmen ein Stahlwerk auf russischem Permafrostboden irgendwo kurz vor Sibirien baut, der war hier genau richtig. Viele Bilder schmückten die Präsentation, die er aber aus rechtlichen Gründen leider nicht online stellen darf. Wenn ihr mal auf einem Barcamp seid und diese Session angeboten wird, geht rein, es gibt viel zum Schmunzeln und Kopfschütteln. Außerdem werdet ihr lernen, was „russisch gerade“ und „russisch fertig“ bedeuten. Von „russisch fertig“ bis „richtig fertig“ dauert es ungefähr noch eine Arbeitswoche. 😉

13:00 Uhr: Mittagspause

Vorab gab es ein Missverständnis zwischen Catering-Unternehmen und der Barcamp-Orga, sodass es zwischenzeitlich mal hieß, dass das vegetarische Essen am Samstag vergessen wurde. Dem war dann aber doch nicht so. Es  gab auch am Samstag zwei verschiedene Gerichte. Zumindest anfangs, zuerst ging das Chilli-Con-Carne aus und später auch das vegatarische Gericht. Keine Ahnung an was es lag. Der Caterer behauptete etliche hätten zwei Teller geholt, aber zugeben wollte das keiner. Sonntag war es wieder genauso, hier startete @flobby eine Umfrage, da er eigentlich genug Essen bestellt hatte. Laut Umfrage hatte nur einer zwei Portionen, dafür gingen wieder 10-15 Personen leer aus.

14:00 Uhr: Open Street Map nutzen & integrieren (Speaker: @dakoller)

Nach der Mittagspause entschied ich mich für die OpenStreetMap-Session. Ich hatte gehofft etwas mehr über die unterschiedlichen Arten zu fahren. Es gibt ja Karten für alles Mögliche. Für Wanderer, für Radfahrer, für Rollstuhlfahrer, für Skipisten, für ÖPNV und so weiter, doch das Thema wurde nur am Rande angeschnitten. Teilweise war es mir auch etwas zu technisch als es um die Integration ging. OpenStreetMap hat meiner Meinung nach ein gewaltiges Potential, aber es wird so viel verschenkt, da man die Seiten nicht für den Otto-Normal-Internetnutzer baut. Oder warum genau findet man auf den ÖPNV-Karte noch nicht einmal ein Suchfeld? Das ist doch das wichtigste an einer Karte überhaupt. Und Legenden zu den Spezialkarten sind meist irgendwo tief in einem Wiki versteckt, einzig wheelmap.org bildet hier eine Ausnahme. Dort ist alles leicht verständlich aufgebaut. Ich bin ein wenig abgeschweift, aber das wollt ich mal gesagt haben. Die Folien der Session findet man auch auf slideshare.

15:00 Uhr: Linkaufbau leicht gemacht (Speaker @tmmd)

Dass ich SEO nicht besonders mag und damit eher auf Kriegsfuß stehe, das dürften die meisten meiner Leser glaube ich wissen. Trotzdem wollt ich wissen, was sich hinter dem Titel verbirgt, wo er doch an jedem Barcamp 30-40 Leute in diese Session zieht. Also hab ich mir’s mal angeschaut. Freunde sind die Suchmaschinenoptimierung und ich aber trotzdem nicht geworden. Neben ifttt.com wurde auch wurde auch pinterest.com vorgestellt in dieser Session. Vielleicht sollte ich mir letzteres Mal genauer angucken. Torsten hat’s jedenfalls in den höchsten Tönen gelobt, so ganz nachvollziehen kann ich das bisher jedoch noch nicht.

 16:15 Uhr: Pause….

Für mich eine Runde aussetzen.

17:15 Uhr: Bash Microsoft (Speaker @bobstriker & @felixrieseberg)

Obwohl ich der Session schon Mainz war ging ich nochmal rein. Sie hängt ja ohnehin so stark wie keine andere Session von den Teilnehmern ab. Besonders schön war, dass es diesmal Popcorn für alle gab. Ich korrigiere: für alle außer die Putzfrauen. Immer wieder lustig, wie sich manche Teilnehmer selbst widersprechen. Wollen bei Problem XY, dass Microsoft endlich die Altlasten wegwirft und neu anfängt, aber wehe irgendwas altes funktioniert dann nicht mehr. Dann wird natürlich wieder gemeckert….

Pizza so groß wie ein Wagenrad!

Pizza so groß wie ein Wagenrad!

War dann auch schon die letzte Session für den ersten Tag. In mittelgroßer Runde ging es zu Fuß auf Essenssuche. 2000 Meter Fußmarsch einfache Strecke waren es am Ende. Aber dafür hat es sich gelohnt bei L’Osteria in der Leopoldstraße. Die Pizza war echt riesig, zu groß für mich – 45cm Durchmesser sollen es gewesen sein. Das hier blieb übrig, hab keinen Bissen mehr runtergebracht.

Die Überreste der Pizza.

Die Überreste der Pizza.

Eben hab ich gelernt, dass man die Kette seit 2010 auch in Würzburg findet. Ansonsten auch noch in Ulm, Nürnberg, Hamburg (ab Sommer 2012), Hannover, Frankfurt und einige weitere. Schlägt Vapiano um Längen. Man muss nämlich nicht selbst anstehen und mit Piepser auf das Essen warten.

Zur Barcamp-Party im Trachtenvogel kann ich nichts sagen, war nämlich nicht. Dafür endete der Abend mit gutem österreichischem Bier auf der Couch.

Zweiter Barcamptag – Sonntag:

Nicht mehr ganz so früh wie am Samstag trödelten wir gegen 10 Uhr wieder im Haus der Kommunikation bei serviceplan ein. Ganz kurze Vorstellungsrunde der Neuen und dann wieder Sessionplanung.

11:00 Uhr: Android Malware (Speaker: @rarspace01)

Als Android-Nutzer, der keine Ahnung hatte, was es an Sachen Malware eigentlich gibt bin ich da mal reingegangen. Anfangs waren wir nur zu dritt, wurden dann aber doch noch fünf Leute. Trotzdem entwickelte sich eine Diskussionsrunde, die zwar öfters mal abschweifte, aber mir auch einen guten Einblick in grundsätzliche Dinge und Android-Ursprung lieferte. Auch diese Folien wurden vorbildlich auf slideshare hinterlegt.

12:00 Uhr:  Social Media München – Content & Konzepte (Speakerin: ??)

Wenn man es böse ausdrücken möchte, dann könnte man sagen, dass die Stadt München jetzt auch mal was mit Social Media macht, aber noch nicht so genau weiß was. Die Session wurden angeboten von der Betreuerin der Facebook-Seite München und des Twitteraccounts @muenchen_de. Sie fragte die Teilnehmer, was sie sich von einer Stadtpage erwarten. Einbindung der Münchner ala Poltik 2.0 oder eher eine große Werbeseite für potentielle Touristen. Die meisten Fans der Facebookseite sind von außerhalb, aber ihr Job ist bei muenchen.de angesiedelt, welche von einer Privatfirma betrieben wird, deren Hauptziel natürlich darin besteht möglichst viele Besucher auf die Seite zu holen. Meiner Meinung nach beißt sich das. Ihre Arbeitsstelle müsste zwischen Rathaus und Tourismusbetrieb der Stadt angesiedelt sein. Das Konstrukt umzubasteln wird sicherlich nicht leicht werden.

13:00 Uhr: Mittagspause

Dass das Essen nicht gereicht hab, hab ich ja bereits am Samstag geschrieben. Ich hatte Glück. Mir hat’s noch eine Portion gereicht. Es gab Penne Bolognese sowie Kässpätze mit Bergkäse für die Vegetarier.

14:00 Uhr: Apps & Collaborativ Consumption (Speaker: @GijoraDammann)

Der Begriff Collaborativ Consumption sagte mir anfangs überhaupt nichts, aber für was er steht nutze ich doch recht oft. Es beschreibt Modelle, wie das Tauschen, Teilen, Leihen und so weiter. Oder um ein wenig konkreter zu werden: Carsharing, Fahrradsharing, airbnb aber auch Coworking. Zunächst wurde das Konzept vorstellt und dann wurden einige Beispiele genannt. Ganz wichtig dabei ist immer wie glaubwürdig eine Person ist. Eigentlich würde man nie auf die Idee kommen einem komplett Fremden ein Zimmer/Wohnung oder Werkzeug zu vermieten, aber wenn dieser durch einige andere Nutzer schon bewertet wurde, dann traut man es sich doch eher. Ganz genau so funktionieren auch die eBay-Bewertungen. Anschließend wurde noch diskutiert, in welchen Bereichen das ganze noch fehlt oder nicht durchführbar ist, da die kritische Masse noch nicht erreicht ist.

15:15 Uhr: Die schönsten Fehler beim Einsatz von QR-Codes (Speaker @ht82)

Eigentlich sagt der Titel schon alles. Paar Beispiele wie den Supermarkt in Südkorea kannte ich schon, aber einige Dinge waren neu. Zum Beispiel, dass es wirklich Geschäftsleute gibt, die einen nicht funktionierenden QR-Code auf ihre  Plakate druckten, weil sie dachten die Dinger wären jetzt cool und trendy. Völlig ohne Funktion ohne zu wissen, was man mit den Codes anstellen kann. Geil wär’s ja gewesen, wenn sie einfach die gleiche Codes wie ihre Konkurenten aufgedruckt hätten. Ihr könnt euch die Präsentation auf prezi.com nochmal anschauen.

16:15 Uhr: Pause…

Den letzten Sessionslot ließ ich wieder ausfallen, hatte mich auf dem Flur verquatscht. Die Kantine hat leider bereits um 15 Uhr zugemacht, sodass ab da keine Getränke mehr gab und wir auch nicht mehr in den großen Raum konnten. So verlor sich leider alles relativ schnell. Abschlusssession mit Verabschiedung fiel auch aus, was ich etwas schade fand.

Trotzdem nochmals vielen Dank an @flobby & Helfer für’s Organisieren und an die Sponsoren serviceplan, IT Agenten, conrad caine, Microsoft sowie flinc. Gegen 18 Uhr ging’s für mich dann vom Hauptbahnhof mit der Bahn in 2 Stunden und 15 Minuten über Nürnberg nach Crailsheim. Für knapp 300 Kilometer eine gute Zeit. Von Würzburg – Crailsheim dauerts fast genauso lange, sind aber nur 100 Kilometer. 😉

Im ICE war übrigens eigens ein Hamburger Polizist für mich abgestellt. So konnte ich auch mal kurz ruhigen Gewissens auf die Toilette gehen und Gepäck am Platz zurücklassen…

Mein Gegenüber im ICE.

Mein Gegenüber im ICE.

Der nächste Trip führt mich dann am Freitagnachmittag nach Berlin. Kein Barcamp. Werd noch drüber bloggen. Nächstes Barcamp ist dann am 24. & 25. Februar in Nürnberg. Freue mich schon einen Großteil von Euch Freaks wiederzusehen. Es gibt noch freie Plätze, falls ihr spontan lust bekommen habt….

Ergänzung: Weitere Berichte vom Barcamp in München findet ihr auf der entsprechenden Mixxt-Seite. Wenn ihr selbst gebloggt, fotografiert oder gefilmt habt, ergänzt die Links bitte.


Dieser Artikel wurde am 23. Januar 2012 um 22:07 Uhr von mahrko veröffentlicht.
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5 Kommentare

  • Reply Torsten 23. Januar 2012 at 22:17:01

    Im „Trachtenvogl“ war es viel zu eng. Wenn alle Barcamper gekommen wären, hätten viele wohl auch wieder enttäuscht vondannen ziehen müssen.

    • Reply mahrko 23. Januar 2012 at 22:30:22

      @Torsten einer der Gründe, warum wir uns dagegen entschieden haben 🙂
      Außerdem war ich nach der 45cm Pizza viel zu müde….

  • Reply Lelala 26. August 2012 at 21:54:50

    Müsste es gem. der Barcamp Logik dann dieses Jahr eigentlich nicht noch ein zweites Barcamp in München geben? Denn dieses Barcamp war ja das nachgeholte von 2011? 🙂

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