Rückblick auf das Barcamp am Bodensee

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Es wird langsam mal Zeit, über das Barcamp am Bodensee zu bloggen, sonst schieb ich das wieder ewig vor mir, bis ich dann irgendwann sage, jetzt liest es eh keiner mehr. Vergangenes Wochenende (8. bis 10. Juni 2012) fand das Barcamp Bodensee zum dritten Mal statt. Das erste Camp fand 2008 in Friedrichshafen statt, das Zweite 2010 in Konstanz und das Dritte nun wieder in Friedrichshafen. Die Location und das WLAN stellte die Zeppelin-Universität bereit. Der Campus Seemooser Horn wurde erst 2008 eröffnet und ist somit noch ziemlich neu und sehr modern. Der größte Pluspunkt verdient er sich aber durch seine Lage direkt am Bodensee. Von der großen Terrasse sind es nur wenige Schritte bis ans Seeufer.

Am See-Campus der Uni Friedrichshafen.

Am See-Campus der Uni Friedrichshafen.

In Mainz hatte ich die Uni-Location ziemlich kritisiert, aber all die Kritikpunkte trafen in Friedrichshafen nicht zu. Unsere Sessionräume waren Seminarräume (übrigens mit Steckdosen im Boden und unzählige Dreisteckdosen stellte das Orga-Team auch zur Verfügung) und keine 300 Personen fassenden Hörsäle. Im Forumsbereich schloss sich gleich die Mensa an, hier war es nicht nur zur Mittagszeit nett. Wenn es nicht gerade regnete, konnte man durch große Glasschiebetüren direkt raus auf die Terrasse. Hier standen ebenfalls Tische und Bänke in ausreichender Zahl zur Verfügung. Wer es noch gemütlicher haben wollte, der konnte in die mit Ledersofas bestückte Lounge wechseln.

Oliver als Leiter einer großen Werwolf-Session in seinem Element.

Oliver als Leiter einer großen Werwolf-Session in seinem Element.

Los ging es am Freitagabend mit einem Get Together im Campus. Dazu gab’s leckere Pizzaschnitten und Kaltgetränke aller Art. Sogar Wein und Sekt standen bereit. Das sollte auch die folgenden zwei Tage so bleiben, wenn man das Benzin und die Übernachtungskosten nicht mitrechend, dann habe ich das ganze Wochenende über gerade einmal 1,30 Euro für ein Eis aus dem Automaten ausgegeben. Hier gleich einmal vielen Dank an die Sponsoren, die die Rund-um-Verpflegung erst ermöglichten. Mit der Jugendherberge hatte @oliverg ebenfalls einen super Deal ausgehandelt. Die zwei Nächte im Viererzimmer inkl. Frühstück bekamen wir für 20 Euro. Ich hatte zwar erst ein Hotel reserviert, aber das hatte ich dann wieder storniert. Die Zimmervergabe leitete unser Schweizer Master of Bedroom @thomasgemperle, der das ebenfalls prima gemacht hat. Unser Ansprechpartner in der Uni war @Geichris, an ihn ebenfalls vielen Dank. Und natürlich an alle, die ich jetzt vergessen habe, auch!

Barcamp-Samstag:

Zusammen mit @snoopsmaus übernahm ich am Samstagmorgen ab 9 Uhr die Einlass-Schicht, da sich aber ein Großteil schon am Freitag akkreditiert hatte, war hier gar nicht so viel los, wie ich dachte. Wir hatten nebenbei noch genug Zeit, die Namenschilder alphabetisch zu stornieren. Romy übernahm die beschrifteten, ich übernahm die Blanko-Kärtchen. Gerechte Arbeitsteilung wie ich finde ;-)

Am Morgen bei der Begrüßung.

Am Morgen bei der Begrüßung.

Nach dem Ende unserer Schicht begann die Begrüßungsrunde. Hierbei gab es eine Besonderheit, die ich bisher noch gar nicht erwähnt hatte. Das Barcamp war als internationales Camp ausgerichtet, folglich fand die Begrüßungsrunde in Englisch statt. Bei den Sessions galt in drei Räumen folgende Regel: sobald eine Person dabei ist, die kein Deutsch spricht, dann muss die Session auf Englisch gehalten werden. Es gab aber auch noch 2 Räume, da wurden ausschließlich Sessions auf Deutsch angeboten. Da der Sessionplaner viel zu schnell schon gefüllt war, kamen noch zwei weitere Räumlichkeiten dazu. Das Forum selbst und Outdoor.

Obwohl Oliver meinte, dass erfahrungsgemäß 90% aller Sessions ohnehin auf Deutsch wären, hatte ich am Samstag ausschließlich englischsprachige besucht, dafür waren Sonntag dann alle Deutsch. Wir hatten übrigens Besucher aus Moldawien, Usbekistan, Kroatien, Frankreich. Naja und Österreicher und Schweizer, aber die sprechen ja eigentlich zumindest was Deutschähnliches ;-) Leider lief der Timetabler am ersten Tag noch nicht, sodass der Samstags-Plan nun auf einer anderen Seite als der Sonntags-Plan zu finden ist.

10:45 Uhr: Hacking via USB [EN] (Speaker: @musevg)

In der ersten Session zeigte uns Michael, was mit einem vermeintlichen USB-Stick alles gemacht werden kann. Vermeintlich deswegen, weil der Stick nur so aussieht als wär ein USB-Speicherstick. In Wirklichkeit besitzt der Stick keinen Speicherplatz, sondern führt nur irgendwelche Programme über Tastatureingaben aus. Man sieht zwar kurz die Kommandozeile aufgehen aber nach 2-3 Sekunden ist der Spuck schon vorbei. Schutz dagegen gibt es keinen. Die Firewall hilft hier nicht. Danach könnte es sein dass die Url “www.paypal.de” dann nicht mehr auf die echte Seite führt, sondern auf eine gehackte Seite, die sich dazwischen schaltet. Daher wichtige Regel: wenn du einen USB-Stick findest: Steck ihn nicht in deinen Rechner ein, sondern wirf ihn weg! Auch nicht wenn du einen Mac oder Linux-Rechner besitzt.

Blick in die Gesichter der Diskussionsteilnehmer der Hacking via USB-Session

Blick in die Gesichter der Diskussionsteilnehmer der Hacking via USB-Session

11:45 Uhr: Sleep: Theory and Applications [EN] (Speaker: @….)

Hier wurde uns einiges über den menschlichen Schlaf erzählt. Aber irgendwie konnte ich mir nicht allzu viel merken. Ob es daran lag, dass ich zu spät kam, die Session auf Englisch war oder dass ich selbst ziemlich müde war – das lässt sich nicht mehr so genau erörtern… ;-)

Ein Zeppelin am Himmel darf in Friedrichshafen natürlich auch nicht fehlen...

Ein Zeppelin am Himmel darf in Friedrichshafen natürlich auch nicht fehlen...

12:45 Uhr: Mittagspause

Es gab etwas Leckeres zu essen. Schnitzel war’s nicht, aber ich hab schon wieder vergessen, was es gab. Aber kein Problem, für Essensdokumentation ist ohnehin der Hubert zuständig.

14:00 Uhr: Geocaching for Beginners [DE] (Speaker: @frogpond)

Um nicht in das drohende Mittagsloch zu fallen dachte ich mir, es wäre vielleicht ganz nett, ein wenig draußen an der frischen Luft zu sein. Also besuchte ich die Outdoor-Geocaching Session. Nach einer kurzen Einführung machten wir uns dann auf die Suche nach einem Cache ganz in der Nähe. Es war mir fast etwas zu nah, eigentlich mussten wir nur von der Terrasse auf die andere Uni-Seite laufen und dort dann suchen. Schließlich wurde der Cache auch gefunden. Danach wurden noch ein paar Begriffe erläutert. War ganz nett so für den Einstieg. Vielleicht meld ich mich ja mal auf einem Geocaching-Portal an und such mal wieder einen Cache. Ganz in meiner Nähe bei Bühlerzell sollen wohl auch ein paar mit Rätsel versteckt sein.

Auf Cache-Suche im Wald.

Auf Cache-Suche im Wald.

15:00, 16:00 & 17:00 Uhr: Pause am See und auf der Terrasse

Nachdem es Freitag bei der Anfahrt und am Abend teilweise stark geregnet hatte, war es am Samstag wunderschön sonnig. Das musste genutzt werden. Socialising am Seeufer und auf der Terrasse. Muss auch mal sein. ;-)

Gegen 18 Uhr gab es dann Abendessen und im Forum liefen die beiden EM-Spiele über den Beamer. Ab 20.45 Uhr war unsere Nationalelf dran. Ich war etwas verwundert, dass nicht einmal die Hälfte das Spiel schauen wollte. 50-60 Leute hatten sich vor der Leinwand versammelt und verfolgten das Spiel fast live. Unser Stream über Zattoo hatte nämlich eine Verzögerung von gut 60-70 Sekunden. Das Tor hatte ich vorab auf Twitter gelesen. War auch mal ganz lustig so. Vor allem entspannter. Während sich alle Sorgen machten, sobald der Ball im deutschen Strafraum war und es brenzlig wurde, konnte ich mir sicher sein, dass das Gegentor schon getwittert worden wäre… ;-)

#hach

#hach

Am Abend gab es dann eine weitere Session Werwolf, wieder ohne mich. Ich hab mir lieber die Afrika-Fotos auf dem iPad von @parkplace_de angeschaut. Gegen Mitternacht ging es dann wieder Richtung Jugendherberge.

Barcamp-Sonntag:

Das WLAN funktioniert am Sonntagmorgen wesentlich besser, Samstagvormittag konnte man irgendwann keine neuen Geräte mehr anmelden. Mein Handy war drin, aber das iPad wurde nicht mehr reingelassen. Am zweiten Tag funktionierte aber alles. Nach kurzem Frühstück ging es wieder an die Sessionplanung. Um 10 Uhr startete dann schließlich der erste Sessionslot.

10:00 Uhr: Dirty Tricks on Community Management [DE] (Speakerin: @snoopsmaus)

Die Session war mir nicht ganz neu, aber große Teile waren trotzdem anders als in Hamburg vor einem halben Jahr. 2-3 neue Dinge habe ich gelernt und lustig war’s allemal.

11:00 Uhr: Visualization on Paper [DE] (Speaker: @wischi & @KetieSaner)

@wischi zeigt, wie man Flipcharts füllen kann...

@wischi zeigt, wie man Flipcharts füllen kann...

Die beiden hatten am Abend davor einiges an den Tischen der Mensa vorbereitet. Das machte Neugier auf mehr. In der Session wurde gezeigt, wie man mit einfachen Tricks halbwegs ansehnliche Plakate hinbekommt. Stifte und Papier für alle wurden verteilt, jeder durfte mitzeichnen. Ich hab aber mich lieber für’s Bilder machen entschieden. Ganz am Ende der Session konnten wir noch mittels roten Klebepunkten auf einem Plakat abstimmen, wie wir die Session fanden. Hab ich so noch nie gesehen, aber eigentlich eine coole Idee. Mit den Symbolen orientierten sie sich am Bikablo-Buch von Neuland. Von der Firma stammten ebenfalls die Stifte mit Keilspitze und das Papier für die Flipchart. Nicht kariert, nicht liniert sondern nur mit fast unsichtbarem Fadenkreuz bestückt.

Die erwähnte Methode um Teilnehmer abstimmen zu lassen.

Die erwähnte Methode um Teilnehmer abstimmen zu lassen.

Kleiner Tipp an @wischi: nächstes Mal mehrfarbige Punkte. Oder wenigstens keine roten Linien UND roten Punkte ;-)

Oliver versucht gleich das gelernte umzusetzen.

Oliver versucht gleich das gelernte umzusetzen.

12:00 Uhr: Social Media und Recht [DE] (Speaker: @intertainment)

Die Session jetzt nochmals wiederzugeben würde wohl den Rahmen sprechen, dafür wurden einfach zu viele Themen angeschnitten. Am besten ihr schaut mal in seinen Blog unter rechtzweinull.de rein. Recht interessant fand ich den Teil, ab wann Personen auf einem Foto Beiwerk sind. Die vermeintliche Regel “ab 7 Personen” ist nämlich Blödsinn. Es kommt immer darauf an, ob das Foto ohne die Person noch dieselbe Aussage hätte und ob man die Person auch einfach weglassen könnte. Außerdem haben wir gelernt, dass jedes Foto urheberrechtlich geschützt ist, auch wenn die Schöpfungshöhe von Fußbodenfotos gleich null ist.

13:00 Uhr: Mittagspause

Zu essen gab es Gulasch-Suppe. Sonntag ist noch nicht ganz so lange her wie Samstag, daher kann ich mir das gerade noch merken. Für Fotos empfehle ich wieder Huberts Blog.

14:00 Uhr: Social Media Monitoring [DE] (Speakerinnen: @PR_aline & @judokus)

Dass die Session als Diskussionsrunde angelegt war, das war schon beim Reinkommen am Stuhlkreis erkennbar. Rico kommentierte das Foto auf Google+ mit “SM-Selbsthilfegruppe”. Ob er mit “SM” wirklich Social Media oder was anderes gemeint hat, das hab ich nicht nachgefragt. In der Runde tauschten wir uns aus über teils kostenlose, teils kostenpflichte Tools. Aline hat sich die Namen der Tools mitgeschrieben und hat die Liste inzwischen veröffentlicht.

Unser SM-Stuhlkreis.

Unser SM-Stuhlkreis.

15:00 Uhr: Selbstfindung [DE] (Speaker @jantheofel & @musevg)

Ich geb zu, ganz freiwillig war ich nicht bei der Session, aber ich hab mich überreden lassen. Ich hatte mir den zweiten Stuhlkreis etwas schlimmer vorgestellt, als er dann letztendlich war. In Friedrichshafen war die Runde recht nett und es gab auch einiges zu Schmunzeln. Leider war @zwergschwein dieses Mal nicht vor Ort, aber über iMessage hatte ich ihr aus der Runde berichtet. Leider konnte ich ihre P-Frage nicht an die Runde weitergeben, es wurde zu viel über anderes diskutiert. Für was das “P” steht müsst ihr schon selbst rausbekommen. Darf dazu nix sagen ;-)

Darf leider nichts zur P-Frage schreiben ;-)

Darf leider nichts zur P-Frage schreiben ;-)

Fotos:

Was noch zu erwähnen wäre: ich hatte am Bodensee meine Kamera dabei, daher sucht die Fotocredits unter den Bildern diesmal vergeblich, sie stammen nämlich von mir. Ihr dürft Fotos aber ebenfalls gerne verwenden, ich hab sie bei flickr, Facebook und Google+ hochgeladen und unter CC-BY-SA-3.0-Lizenz gestellt.

Gerne dürft ihr die Fotos auch als Profilbild oder Avatar verwenden, in diesem Fall entbinde ich auch von der Namensnennung.

Weitere Blogartikel findet sich über die mixxt-Seite.

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Kommtare:

5 Antworten zu “Rückblick auf das Barcamp am Bodensee”


  1. Zum letzten Absatz: Ich habe Marie die Farben und auch die Färbung des Penis auf dem Aurafoto inzwischen erklärt. :-)


  2. Vielleicht setz ich besser mal noch einen Link, dann kann der Rest das Bild auch noch begutachten ;-)

    http://www.theofel.de/archives/2012/06/aurafotografie.html


  3. Danke für das zweimalige verlinken!

    Und klasse Lizenz, unter der Du die Bilder bereit stellst, ist mittlerweile auch meine Wahl für Bilder!


  4. Für ein Barcamp find ich die CC-Lizenz für die Bilder Ehrensache. Nichts zu danken.. ;-)


  5. […] war Sponsor beim Barcamp Bodensee und hatte dort ein paar Microfasertücher ausgelegt. Es ist schön groß, allerdings hab ich es […]

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