Radreise 15. Juni 2018

Rheinradweg 5. Etappe Teil 1: Straßburg – Robertsauer Wald – Kehl am Rhein (22,8 km)

Aufmerksame Leser merken es wahrscheinlich schon an der Überschrift. Mit der fünften Etappe stimmt irgendwas nicht. Dass ich die fünfte Etappe in zwei Teile aufteilen musste, lag jedoch nicht an meinen schwindenden Kräften. Nein, nach vier wunderbaren Sonnentagen machte mir an Himmelfahrt schlicht das Wetter einen Strich durch die Rechnung.

Etappe 5a: Straßburg - Robertsauer Wald - Kehl am Rhein

Etappe 5a: Straßburg – Robertsauer Wald – Kehl am Rhein

Schon über Nacht zogen schwere Gewitter über Straßburg hinweg. Aber eigentlich – zumindest laut meiner Regenradar-App – sollte es ab ungefähr 9 Uhr aufhören zu regnen. Also frühstückte ich erstmal gemütlich und machte mich danach fertig zum Weiterradeln. Natürlich waren sowohl ich als auch meine Radtaschen gut eingepackt.

In der Hoffnung, dass es schon gleich aufhören würde zu nieseln, fuhr ich also guter Dinge am Hotel los. Der Nieselregen war dann auch nach rund einer Viertelstunde zu Ende. Leider wurde er nicht durch Sonnenschein abgelöst. Nein, es folgte ein Monsunregen, der dafür sorgte, dass ich binnen Minuten bis auf die Knochen pitschnass war. Anhalten und Pause machen war nun auch keine Option mehr, ohne Bewegung fing ich nämlich sofort an zu frieren.

Weiterfahren oder umkehren?

Weiterfahren oder umkehren?

Also bin ich die nächsten 15-20 Kilometer tapfer weitergeradelt. Schnell war auch die Stadtgrenze von Straßburg erreicht. Ab hier führte meine Route durch den Robertsauer Wald. Eigentlich eine total schöne Route, aber ich sah nur noch XXL-Pfützen, denen ich irgendwie ausweichen musste und nasse Äste, die quer über den Weg hingen.

Außerdem bekam ich langsam ein Navi-Problem, denn nur nach den akustischen Ansagen zu fahren klappte im Wald mit seinen vielen Verzweigungen nur so semigut. Das Handy rausholen wiederum war ohne passende Regenhülle auch keine gute Idee und bedienen kann man es mit nassem Bildschirm sowieso nicht mehr.

Als mir dann die Gegend nach rund einer Stunde aber anfing irgendwie bekannt vorzukommen, da dämmerte es mir langsam, dass ich mich verfahren hatte. Ein Blick auf die GPS-Karte zeigte es wenig später dann auch. Ich war einmal 9,5 Kilometer im Kreis gefahren und nun wieder am selben Punkt wie vor 25 Minuten. Ganz toll! Ab hier fragte ich mich, ob es denn nicht besser ist umzukehren, aber vorsichthalber fuhr ich während meiner Gedanken noch ein paar weitere Kilometer durch den Wald.

Richtig überdacht habe ich meine Pläne dann erst während einer Pause in einem Unterstand. Dort beschloss ich, dass es wohl besser wäre die Etappe abzubrechen. Mein neues Ziel war nun Kehl auf deutscher Seite. Bis dahin waren rund 14 Kilometer. Immer noch bei strömenden Regen. Aber gut, im Wald ohne Zelt übernachten war auch keine Option, also machte ich mich auf den Weg zum nächstgelegen deutschen Bahnhof.

Eigentlich bereit für die Heimfahrt am Bahnhof in Kehl.

Eigentlich bereit für die Heimfahrt am Bahnhof in Kehl.

Am Bahnhof angekommen kaufte ich mir ein Ticket nach Wiesbaden. Der nächste Zug sollte erst in 40 Minuten fahren, so zog ich mich am leeren Bahnsteig noch um. Trockene Hose, trockener Pulli und zumindest kurzzeitig trockene Socken. Eben solang bis ich wieder in die triefenden Schuhe schlüpfte.

Als ich dann aber am Bahnsteig so auf den Zug wartete, fand ich meine vorschnelle Abreise zunehmend bescheuert. Ich überlegte, was ich sonst noch für Optionen habe. Fünf Minuten bevor der Zug kam, war die Entscheidung dann schließlich gefallen. Ich hatte dann eine Pension in Kehl ausgemacht, die mich schon am Vormittag in mein Zimmer lassen würde. Außerdem war der Wetterbericht für den folgenden Tag deutlich besser und frei hatte ich ohnehin noch.

Durch das Umziehen waren nun eigentlich sämtliche Klamotten nass...

Durch das Umziehen waren nun eigentlich sämtliche Klamotten nass…

Fahrkarte stornieren ging nicht mehr. Naja egal dachte ich. Also wieder aufs Rad, die trockenen Klamotten auf den 800 Metern zur Pension auch noch schnell komplett nass machen! Am Hafen17 wurde ich schon erwartet. Die Fahrradgarage wurde mir gezeigt und gleich danach gab es den Zimmerschlüssel. Nasse Regenjacke und Regenschutz der Taschen durfte ich im Heizungskeller aufhängen, den Rest nahm ich aufs Zimmer.

Dank des Feiertags war auch das Nachmittagsprogramm im TV einigermaßen erträglich. Bud Spencer lief glaub ich. Obwohl es seit dem späten Nachmittag auch wieder trocken war, hatte ich von „draußen“ erstmal die Schnauze voll. Zumindest solange, bis mir ein Kumpel von früher schrieb, ob ich denn noch Straßburg sei. Er wohnte inzwischen nämlich in Offenburg, was von Straßburg beziehungsweise Kehl nur ein Katzensprung ist.

Burger, Pommes und Bier. So wurde aus dem Tag doch noch was!

Burger, Pommes und Bier. So wurde aus dem Tag doch noch was!

Keine halbe Stunde später saß ich dann im Zug nach Offenburg. Charly kannte da einen Burgerladen und eine gewisse Vorliebe für Burger hatten wir schon immer. Warum also nicht mal wieder Burger essen gehen? So endete der Tag dann doch noch bestens. Hat sich doch ausbezahlt nicht Hals über Kopf abgereist zu sein.

Die Kosten:

Für das Bahnticket musste ich 31 Euro hinblättern. Die spontan gebuchte Übernachtung schlug mit 48 Euro zu buche. Für die Hinfahrt nach Offenburg konnte ich mein Ticket vom Nachmittag doch noch nutzen. Dazu kamen noch der Burger und ein paar Bier sowie ein Ticket für die Rückfahrt nach Kehl – zusammen grob 40 Euro. Damit komme ich wie am Vortag wieder auf rund 120 Euro Tagesausgaben. Die Gesamtausgaben der Radtour liegen damit bei 560 Euro.

Meine Etappen:

Die Länge von etwa 90 Kilometern am Tag finde ich ziemlich optimal. Einerseits macht man jeden Tag ein großes Stück und andererseits ist man nach circa 5 Stunden auch am Ziel. So bleibt am Zielort auch noch etwas Zeit die Stadt zu erkunden. Und die sollte man in Basel, Colmar und Straßburg auf jeden Fall einplanen! Zu genauen Routen und natürlich vielen weiteren Bildern einfach die einzelnen Blogposts zu der jeweiligen Etappe anklicken. Insgesamt saß ich für die 482 Kilometer und etwa 24 Stunden auf dem Rad.

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Dieser Artikel wurde am 15. Juni 2018 um 21:04 Uhr von mahrko veröffentlicht.
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