Eisenbahnreise 21. Juli 2018

Bald geht es wieder los. Urlaub an der Ostsee – aber anders!

Schon lange stand das Baltikum mit seinen drei Staaten Litauen, Lettland und Estland auf meiner Bucketlist. In ein paar Tagen ist es dann endlich soweit. Der Sommerurlaub steht bevor! Wer mich kennt, der weiß, dass ich zwar keine Flugangst habe, ich aber, wann immer es geht, die Eisenbahn bevorzuge. So auch diesmal wieder. Die Reiseroute steht, die Verbindungen sind in penibelster Art geplant, notiert und ausgedruckt. Auch die Fahrkarten neben dem Interrail-Ticket sowie Unterkünfte sind die komplette Reise durchgebucht.

Zusammen mit Malte führt die Fahrt Anfang August von Wiesbaden über Frankfurt, Berlin und Warschau nach Bialystok – eine Stadt ganz im Osten Polens. Weiter kommt man nämlich an einem Tag nicht. Hier müssen wir übernachten bevor es am nächsten Tag nach Litauen weitergeht. Ab hier muss ich dann leider einige Etappen auf die Eisenbahn verzichten. Aufgrund der fehlenden Infrastruktur setzen wir bis Tallinn auf Fernbusse.

Die nackten Daten

  • 9500 Kilometer Strecke
  • 30 Tage
  • 25 Züge
  • 10 Staaten
  • 8 Hauptstädte
  • 7 Busse
  • 6 Währungen
  • 2 Zeitzonen
  • 1 Kontinent

In Tallinn endet dann leider auch schon unser gemeinsamer Reiseabschnitt. Ab hier reise ich alleine weiter. Aber wohin denn eigentlich? Das verrät Euch die Karte mit der Reiseroute. Im Großen und Ganzen wird die Ostsee umrundet. Am 19. Reisetag sage ich „Hejdå!“ zum Baltischen Meer und fahre lieber an Norwegens Fjordküste wieder Richtung Süden. Der Hashtag ist inzwischen auch gefunden. Die Wahl fiel auf #TourBaltica.

Meine Reiseroute 2018! Orange die Strecke mit der Eisenbahn. Blau die mit dem Bus und der Fähre.

Meine Reiseroute 2018! Orange die Strecke mit der Eisenbahn. Blau die mit dem Bus und der Fähre.

Санкт-Петербург und Skandinavien

Weil bei mir noch ein paar Urlaubstage übrig waren, könnte man auch sagen, dass die drei baltischen Staaten eigentlich nur Zwischenstopps auf der Anreise waren. Ein Visum für Russland habe ich in der Tasche, so dass es von Tallinn weiter ins russische Reich gehen kann. Hier sind 5 Tage in der prachtvollen Zarenstadt St. Petersburg eingeplant.

Ans Heimfahren denke ich da aber immer noch nicht. Es geht weiter über Helsinki und die Seenlandschaft ganz im Osten Finnlands. Von dort wieder zurück in die Hafenstadt Turku und schließlich mit dem Nachtzug Richtung Lappland. Nach einem kurzen Zwischenstopp im schwedischen Luleå führt die Route schließlich mit der Erzbahn von Meereshöhe auf über 500 Meter hoch, in das weniger als 50 Einwohner zählende Riksgränsen und schließlich wieder runter nach Narvik an Norwegens Polarmeerküste. Ich glaube das dürfte dann der am weitesten von Zuhause entfernte Punkt meiner Reise sein. Gleichzeitig ist es mein nördlichster Punkt auf dem 68. Breitengrad. Ab hier kann man also wieder von der Heimfahrt sprechen.

Die akribische Planung

Der nachfolgende Screenshot zeigt mein Word-Planungsdokument. Es umfasst inzwischen 24 Din A4-Seiten und beschränkt sich auf Fahrplandaten, E-Tickets und Infos zu den gebuchten Unterkünften. Sightseeing in den Städten geht nochmal extra, das koordiniere ich nämlich direkt in der Tripadvisor-App.

24 Seiten DinA4 - mein Planungsdokument mit allen Infos und Tickets.

24 Seiten DinA4 – mein Planungsdokument mit allen Infos und Tickets.

3500 Kilometer Heimfahrt

Doch weiter mit der Route. Den ersten Abschnitt der „Heimfahrt“ werde ich zunächst wieder mit einem Bus zurücklegen. Auf die Lofoten raus fährt nämlich keine Eisenbahn. Aufs Festland zurück wird mich eine Fähre bringen. Das Bus- und das Fährticket sind übrigens die beiden einzigen Tickets, die ich nicht schon online gekauft habe. In den Süden Norwegens bringt mich dann ein weiterer Nachtzug. Meine Follower auf Twitter stritten sich schon fast, ob die Nachtzüge der finnischen oder die der norwegischen Bahn die komfortabelsten in Europa sind. Ich werde berichten!

Weitere Zwischenstationen werden Trondheim, Åndalsnes, sowie die Hauptstädte Oslo und Kopenhagen sein. Wenn alles nach Plan läuft, dann werde ich am Abend des 1. September nach rund 9500 Kilometer auf Schienen, auf Asphalt und ein bisschen über Wasser wieder im Heimatbahnhof Wiesbaden einlaufen.

Ich bin mal gespannt, wie viel Lust auf Sightseeing ich in Kopenhagen noch haben werden. Immerhin werde ich dann ja schon knapp 4 Wochen auf Achse sein. Andererseits war ich in Vietnam und Hongkong fast 6 Wochen unterwegs und war noch bis am allerletzten Tag so hoch motiviert wie am ersten Tag. Damals war ich übrigens bis 21:00 Uhr im Disneyland um das Feuerwerk noch mitzunehmen. Mein Flieger zurück nach Frankfurt ging praktischerweise erst um 0:40 Uhr.


Dieser Artikel wurde am 21. Juli 2018 um 21:17 Uhr von mahrko veröffentlicht.
Seither wurde der Artikel 857x aufgerufen und bisher 1x kommentiert.

Ein Kommentar

  • Reply Heiko Kunkel 23. Juli 2018 at 14:02:26

    Geil! Viel Spaß und Grüße an den Norden!

  • Hinterlasse einen Kommentar