Barcamp Fotografie 4. November 2018

Ein tolles Barcamp! Mein Rückblick auf das Fotocamp HerbstlichT in der Sächsischen Schweiz

Am letzten Oktoberwochenende reiste ich nach Bad Schandau im Elbsandsteingebirge zum ersten Fotocamp Sächsische Schweiz. In der Gegend war ich bisher nur einmal kurz, aber das ist auch schon wieder fast 15 Jahre her. Auf einem Fotocamp war ich ebenfalls noch nie. Außerdem gab es einen netten rabattierten Preis im Hotel Elbresidenz für Barcampteilnehmer. Drei Argumente, die mich schnell zum Barcamp anmelden ließen. Und gleich vorweggenommen: ich sollte nicht enttäuscht werden!

Aber wie? „Ein Blogpost über ein Barcamp“ werden sich die älteren hier wohl fragen. Neben meiner allgemeinen knapp dreijährigen Blogpause macht sich besonders bemerkbar, dass ich seit Februar 2013 über kein Barcamp mehr gebloggt habe. Ja und das obwohl ich jedes Jahr auf mehreren Camps war und über Barcamps sprechen, twittern und bloggen doch eine der wichtigsten Regeln ist.

Was sind die Gründe dafür? War ich nur faul geworden? Oder lag es möglicherweise daran, dass alle durchschnittlich gut waren? Keine Ausreißer nach oben, keine nach unten? Fehlte das Außergewöhnliche? Und nun? Ein Blogpost über das Fotocamp in der Sächsischen Schweiz? Wie kommt es dazu? Fangen wir mal von vorne an…

Mit der Fähre ging es das letzte Stück über die Elbe.

Mit der Fähre ging es das letzte Stück über die Elbe.

Die Anreise, das Hotel Elbresidenz und der Vorabend

Die Reise mit der Bahn nach Bad Schandau verlief wie alle meine Fahrten. Pünktlich und ohne jegliche Probleme! Da ich den Freitag freigenommen hatte, konnte ich gleich am Morgen starten, so war ich nach rund fünf Stunden Fahrt schon am frühen Nachmittag am Ziel. Vom Bahnhof auf der gegenüberliegenden Elbseite nahm ich die Fähre ins Zentrum von Bad Schandau. Auch wenn die Fahrt nur kurze Zeit dauerte, so stimmte sie doch schon ein wenig auf die schöne Gegend ein!

Im Hotel Elbresidenz angekommen checkte ich ein und machte mich gleich darauf auf in die benachbarte Therme. Der Eintritt war für Hotelgäste während des Aufenthaltes gratis. Im Bad traf ich dann wie verabredet auf die alten Barcamp-Hasen Hubert, Mike und Nina. Durch sie erfuhr ich wenige Wochen zuvor überhaupt von der Erstauflage des Fotocamps unter dem Motto HerbstlichT. Nach einem entspannten Nachmittag im Thermalbad und der angeschlossenen Saunalandschaft stand dann abends das Kennenlern-Essen des Barcamps auf dem Programm.

Mit einem eigens für uns bestellten Shuttlebus wurden wir wenige Kilometer elbaufwärts in ein nettes Lokal in Schmilka gefahren. Dort gab es ein leckeres herbstliches Vesper, dazu Kürbissuppe und Getränke nach Wahl. Alles Bio-Produkte übrigens. Gesponsert war nur der Bus. Den Rest übernahm jeder selbst. Im Lokal angekommen, war ich doch sehr überrascht, wie groß die Teilnehmerzahl war. Schon am Vorabend waren 70-80 Leute angereist.

Ein Teil der Fotocamper am Samstagabend im Aufzug zur Festung Königstein.

Ein Teil der Fotocamper am Samstagabend im Aufzug zur Festung Königstein.

Außer drei alten Barcampern kannte ich zwar anfangs noch niemand, aber das änderte sich schnell. Verband uns doch alle die Liebe zur Fotografie. Bei manchen „nur“ ein Hobby, bei anderen der Broterwerb – bei manchen auch ein Mittelding. Spannende Geschichten hatte jeder zu erzählen, mit dem ich ins Gespräch kam.

So auch Miri und Micha. Die beiden haben nach einer Ausbildung zum Rettungsassistenten alle Segel in Deutschland gekappt und sind einige Monate lang durch Neuseeland gewandert und haben darüber gebloggt. Muss ich mal noch nachlesen. Wer es mir gleichtun will, der findet in ihrem Blog Explore-360-Degrees ganz viele Informationen zum Land und seinen Schönheiten. So auch zum Fernwanderweg Te Araroa, der sich vom nördlichsten zum südlichsten Punkt einmal komplett über Neuseeland erstreckt.

Die Abendveranstaltung begann zum Glück recht früh, denn länger als halb 11 blieb kaum einer. Am nächsten Morgen stand nämlich schon der nächste Programmpunkt auf dem Plan. Und der war weckertechnisch recht fies. Aufstehen um 5:30 Uhr, Abfahrt um 6:10 Uhr.

Sehr früh am Morgen. Unsere kleine Fotowalk-Truppe im Elbsandsteingebirge.

Sehr früh am Morgen. Unsere kleine Fotowalk-Truppe im Elbsandsteingebirge.

Unser Fotowalk zum Sonnenaufgang!

In aller Früh fanden sich die noch sichtlich von der Müdigkeit geplagten Teilnehmer am Elbkai zusammen um auf die vorher ausgesuchten Fotowalks in die entsprechenden Busse verteilt zu werden. Wer früh dran war, konnte unter sieben verschiedenen Fotowalks auswählen. Ich hatte es ein wenig verbummelt und musste vom netten Orga-Team erst nochmals an die Anmeldung erinnert werden. So hatte ich zwar nicht mehr die volle Auswahl, da einige Touren schon voll waren, aber schlimm war das nicht. Die Sächsische Schweiz und das Elbsandsteingebirge liefern zahlreiche geile Fotospots!

Wir hatten nur ein kleines Problem, für das das Orga-Team aber nichts konnte. Die Sonne wollte am Morgen nicht so richtig aufgehen. Es wurde zwar hell, aber Sonnenstrahlen, die unseren Blick Richtung Basteibrücke in einem faszinierenden Licht erhellten, die bleiben leider aus. Schön war die Tour aber trotzdem. Und da man in der Gegend auch bestens wandern kann, muss ich wohl einfach nochmal wiederkommen. Zu den Fotos: bisher sind im Blogpost nur Fotos vom Handy eingebaut. Die „richtigen“ Fotos der Kamera muss ich noch sichten. Diese gibt es, wenn sie was geworden sind, dann in einem zweiten Blogeintrag.

Achim aus dem Orga-Team während der Begrüßung.

Achim aus dem Orga-Team während der Begrüßung.

Das eigentliche Barcamp

Zurück im Hotel waren wir dann so gegen 9 Uhr. Nach einem kurzen Frühstück begann nun das reguläre Barcamp-Programm. Als Räumlichkeiten für das Fotocamp diente das Tagungszentrum im Hotel Elbresidenz. Mein erstes Barcamp mit Zimmer direkt im Veranstaltungsort und außerdem auch mein erstes Barcamp in einem Fünf-Sterne-Hotel. Da ließen sich das Orga-Team und die Sponsoren echt nicht lumpen. Mehr zu den Sponsoren ganz am Ende des Blogposts.

Während der Begrüßungsrunde wurde von Organisator Achim den etwa 150 TeilnehmerInnen natürlich auch die obligatorische Frage gestellt. Bei der Frage, wer zum ersten Mal auf einem Barcamp sei, gingen unglaubliche 70-80% der Hände hoch. Viele aus der Region oder zumindest aus Sachsen. Bisher wohl eine eher Barcamp-unterversorgte Region. Außer dem Barcamp Mitteldeutschland in Jena und Mobilcamp in Dresden ist mir auch überhaupt kein Barcamp im Osten bekannt. Berlin mal nicht mitgerechnet.

Die hohe Barcampneuling-Quote machte sich bei der Sessionplanung aber nicht bemerkbar. Das Prinzip ist ja schnell erklärt und so war der Sessionplan  auch schnell bis zum letzten Slot gefüllt. Ich besuchte tolle Sessions zum Beispiel zu HDR-Fotografie, Lightpainting, Handyfotografie, Outdoor-Fotografie und eine rund um das Blitzen. Neben tollen Beispielen, die ich gesehen habe, habe ich auch viel dazu gelernt.

Eine der zahlreichen Sessions auf dem Fotocamp.

Eine der zahlreichen Sessions auf dem Fotocamp.

Ebenfalls eine Premiere: mein erstes Barcamp mit Displays auf den Türschildern.

Ebenfalls eine Premiere: mein erstes Barcamp mit Displays auf den Türschildern.

Feuerwerks-Fotografie – was dabei zu beachten gibt:

Und weil ich ganz explizit auch was zur Fotografie von Feuerwerken lernen wollte, habe ich dazu selbst eine Session eingefordert. Ich hatte Glück. Mit Martin Göhring besuchte ein richtiger Feuerwerksprofi meine Session. So konnte ich mir von ihm, aber auch den anderen Teilnehmern im Raum, viele wichtige Punkte und Tipps notieren. Irgendwie wollten bei mir Feuerwerksfotos nach anfänglichen Erfolgen vor 7-8 Jahren die letzten paar Jahre nämlich irgendwie nicht mehr klappen.

Die empfohlenen Haupteinstellungen:

  • ISO 100
  • Blende 8
  • Belichtungszeit 3 bis 5 Sekunden
  • Für mich der wichtigste und wohl immer falsch gemachte Punkt: auf dem Stativ den Bildstabilisator des Objektivs immer deaktivieren!

Die Kamera betreibt man am besten mit Funkfernauslöser, der einen Automatikmodus unterstützt. So kann man zum Beispiel einstellen, dass die Kamera alle 6 Sekunden ein Foto macht und dieses jeweils 5 Sekunden belichtet. Man selbst kann sich dann komplett auf das Feuerwerk-Bestaunen konzentrieren.

Vor dem Feuerwerk muss man natürlich seinen Spot beziehen und das Objektiv schon mal auf den noch hellen Himmel einstellen. Wenn dann alles eingestellt ist, kann man sich zurücklehnen bis zur Dämmerung. Hier hat Martin empfohlen noch ein Bild der Stadtsiluette in der Dämmerung zu machen. In diese kann man dann später die einzelnen Shots seiner Feuerwerksfotos via Ebenenmaske in Photoshop reinlegen.

In diesem festlichem Saal der Elbresidenz durften wir frühstücken und zu Mittag essen.

In diesem festlichem Saal der Elbresidenz durften wir frühstücken und zu Mittag essen.

Das Abendprogramm am Samstag

Neben Mittagessen im Restaurant des Hotels gab es auch noch eine kleine Kuchenpause, bevor es dann am späten Nachmittag ein weiteres Mal mit dem Bus ins Elbsandsteingebirge ging. Gegen 16:30 Uhr stand der zweite Fotowalk des Tages an. Wie am Morgen wurden wir wieder auf drei Busse und acht Touren aufgeteilt. Für mich ging es diesmal auf den Gohrischstein im Nationalpark. Auch wenn sich die Sonne zum Sonnenuntergang wieder nicht blicken lassen wollte, wir hatten eine lustige Zeit und tollen Ausblick da oben!

Den Abend ließen wir dann mit allen Teilnehmern gemeinsam auf der Festung Königstein ausklingen. Die netten Gespräche führten wir am späten Abend dann noch bei Cocktails und Bier in der Hotelbar fort. In der Nacht hatten wir ja eine Stunde länger und das Programm startete am Sonntag auch erst gegen 9 Uhr. Der Sonntag war etwas kürzer als man das vielleicht von normalen Barcamps kennt. Das Programm endete nämlich nach dem Mittagessen.

Nicht immer ganz einfach. Der Aufstieg auf den Gohrisch im Elbsandsteingebirge.

Nicht immer ganz einfach. Der Aufstieg auf den Gohrisch im Elbsandsteingebirge.

Der Ausblick vom Gohrischstein. Ziemlich toll!

Der Ausblick vom Gohrischstein. Ziemlich toll!

Wer wollte konnte sich gegen Aufpreis noch einen Fotokurs buchen oder die Heimreise etwas früher antreten. Ich nutzte die verbleibenden Stunden bis zur Abfahrt des gebuchten Zuges noch zu einem kurzen Stadtbummel durch Dresden. Bei leichtem Nieselregen ging es mit 18 kg schwerem Rucksack rund 7 Kilometer durch die Altstadt. Aber nach all der Schlemmerei in Bad Schandau, konnte eine kleine Anstrengung ja nicht schaden.

Trotz Regen habe ich noch kleine Runde durch die Dresdner Altstadt gedreht.

Trotz Regen habe ich noch kleine Runde durch die Dresdner Altstadt gedreht.

Mein Dank an das Orga-Team und die Barcamp-Sponsoren

Abschließend möchte ich nochmals meinen besten Dank an das Orga-Team und natürlich allen Sponsoren ausdrücken. Alle gemeinsam haben sich ordentlich ins Zeug gelegt und den Teilnehmern ein unvergessliches Wochenende in einer landschaftlich wunderschönen Region geliefert! Nächstes Jahr Anfang November ist eine Neuauflage geplant. Wenn es terminlich passt, werde ich wohl wiederkommen! Dann vielleicht auch etwas länger als zwei Nächte.

Alle Infos zum Fotocamp findet ihr auf der Homepage fotocamp-herbstlicht.de.

Weitere Blogposts zum diesjährigen Fotocamp

Die Sponsoren des Fotocamp HerbstlichT 2018

Die Heimfahrt

Die Heimfahrt mit der Bahn verlief wieder problemlos. Ich konnte sogar ein wenig den ZDF-Livestream mit der Hochrechnung zur Landtagswahl in Hessen verfolgen. Außerdem stattete ich dem Bordrestaurant einen Besuch ab. Für 12,90 Euro gab’s eine Portion Rindergeschnetzeltes mit Kartoffel-Kürbis-Flan. Fleisch war sehr lecker. Die Kartoffeldinger haben ein bisschen fad geschmeckt. Zuhause in Wiesbaden war ich dann 16 Minuten vor Plan. Gut für meine Gesamtverspätungsstatisik. Die werde ich dann am 31.12. veröffentlichen…. 😉

Mein Abendessen im ICE-Speisewagen. Rindergeschnetzeltes mit Kartoffel-Kürbis-Flan.

Mein Abendessen im ICE-Speisewagen. Rindergeschnetzeltes mit Kartoffel-Kürbis-Flan.


Dieser Artikel wurde am 4. November 2018 um 20:34 Uhr von mahrko veröffentlicht.
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