Auf Reise 22. Dezember 2009

Einmal Crailsheim — Aalen bitte!

Eigentlich ist so eine Fahrt von Crailsheim nach Aalen ja total unspektakulär, darüber würde sonst nicht einmal ich bloggen. Aber letzten Samstag war es schon ein wenig anders. Es hatte -16 Grad Außentemperatur. Außerdem hatte es über Nacht geschneit und insbesondere die kleinen Straßen waren nicht besonders beräumt, kein Wunder, die Temperaturen waren wohl einfach zu kalt für das Streusalz. Nichtsdestotrotz sollte es am Samstag aber zusammen mit Nicky nach Aalen gehen – ich brauchte noch Weihnachtsgeschenke.

Verschneite Straßen rings um Fronrot

Verschneite Straßen rings um Fronrot

In der Ellwanger Straße in Crailsheim dann die Entscheidung: Wie solls nach Aalen gehen? B290 über Jagstzell – Ellwangen oder über die Autobahn bis Westhausen? Im Radio kamen kurz davor die Verkehrsnachrichten: es gab 25 Kilometer Stau zwischen Crailsheim und Ansbach auf der A6, aber die A7 sollte frei sein. Also hab ich mich für die A7 entschieden. Die 10 km bis zur Anschlußstelle Fichtenau / Dinkelsbühl und die ersten 2 km auf der Autobahn verliefen auch alle noch unproblematisch – aber dann war die da, diese verdammte rote Lampe im Display mit der Aladin-Wunderlampe. Die Lampe warnt einen normal, wenn der Ölstand zu niedrig ist. Aber das Öl-Symbol war nur kurze Zeit alleine, dann gestellte sich der STOP-Schriftzug dazu und blinkte wie verrückt.

So – da fuhr ich also nun mit rund 100 km/h auf der A7 und die nächste Anschlußstelle war 11 Kilometer entfernt. Zur Raststätte „Ellwanger Berge“ warens auch noch 6 Kilometer. Soweit wollte ich aber auch nicht mehr fahren, als dann alle 20 Sekunden auch noch ein penetranter Piepston dazu kam. Besonders viele Möglichkeiten hatte ich jetzt nicht. Entweder weiterfahren und hoffen, dass der Motor keinen Schaden nimmt oder anhalten, aber wo? Auf dem Standstreifen, der letzten Samstag als Schneeabstellfläche missbraucht wurde? Auf den 2,50m zwischen Leitplanke und den vorbeirauschenden Brummis – ne Danke das wollt ich auch nicht. Einen kurzen Moment lang dacht ich – so schlimm ist bahnfahren garnicht *g*

Aber dann war GoogleEarth meinte Rettung. Gut –  nicht in dem Moment selbst – kein Mensch zückt als Fahrer auf der Autobahn seinen Laptop und sucht bei Nothaltebuchten bei Google, aber ich hatte in Erinnerung, dass es kurz vor dem Virngrundtunnel so eine Art Betriebsabfahrt für Streu- und Einsatzfahrzeuge gab. Mit GoogleEarth war ich nämlich schon überall auf der Welt 😀 und genau da bin ich dann auch von der Autobahn runter, besser gesagt ich wollte es, aber dann kam uns auf der Strecke ein Räumfahrzeug entgegen, der hat zwar erst kurz geflucht, weil wir eine verbotene Betriebsabfahrt benutzt haben, aber nachdem ichs ihm erklärt hatte war er sehr verständnisvoll. Dort, 10-15 Meter weg von der bösen Autobahn hab ich dann erstmal den Ölstand gecheckt. Er war ziemlich am untern Ende, aber eben noch im „grünen“ Bereich, also entschloss ich mich die 5 Kilometer weiterzufahren bis zur Raststätte.

Also zurück auf die Autobahn, denn wir standen irgendwo mitten im Wald und die Waldwege waren nicht geräumt. Also über die Standspur mit Warnblinker wieder auf die Autobahn eingefädelt und dann mit 90 hinter den LKWs hergetuckelt bis zur Raststätte Ellwanger Berge. Dort haben wir zwei dann einen Liter Öl gekauft und langsam reingekippt. Will garnicht wissen, was ein Liter Öl „5W30“ normalerweise kostet, aber in der Tankstelle wars alles andere als günstig. Zwischendurch haben wir immer wieder mal den Stand gecheckt. Am Ende war dann doch die ganze Flasche drin und der Ölstand am oberen Ende vom „grünen“ Bereich. Sollte der Weiterfahrt jetzt also nichts mehr im Wege stehen?

Noch nicht ganz, denn die Scheibe war total dreckig und das Scheibenwasser leider eingefroren, da hatte wohl jemand die Mischung zu gut verdünnt für inzwischen -17 Grad. An der Tankstelle gabs aber warmes Wasser und davon habe ich dann ein bisschen über die Scheibe geleert, natürlich nicht ohne mich dabei richtig nass zu machen. Wäre ich 5 Minuten länger draußen gestanden, ich wär sicher festgefroren. 😀 Im Nachhinein eine ziemlich dumme Aktion. 50 Grad heißes Wasser bei fast -20 Grad Außentemperatur über die Scheibe zu kippen, die hätte ja vielleicht auch springen können. Aber ich hab eben das gemacht, was alle gemacht haben und im ersten Moment nicht drüber nachgedacht und zum Glück gings ja auch gut.

Der Rest der Fahrt nach Aalen und die Einkäufe selbst sind nicht erwähnenswert, außerdem will ich ja nicht verraten, was ich für Geschenke gekauft hab. Abends für die Heimfahrt wollte ich dann aber noch Scheibenwasser kaufen, sollte ja nicht mehr einfrieren. Warum fragt ihr euch? Dann müsst ihr im nächsten Eintrag weiterlesen. 😉


Dieser Artikel wurde am 22. Dezember 2009 um 16:19 Uhr von mahrko veröffentlicht.
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