Eisenbahnreise 10. April 2021

Das vergessene Anschlussgleis zum Flugplatz Erbenheim

Am Ortschild von der A671 kommend überquert diese schöne Eisenbrücke die Schnellstraße.

Neben der Aartalbahn gibt es noch weitere Bahnstrecken im Wiesbadener Stadtgebiet, die aufgegeben wurden und somit in Vergessenheit geraten. Für diesen Blogpost habe ich mir das Anschlussgleis von Wiesbaden Ost über Erbenheim zum Flugplatz Erbenheim, dem heutigen Wiesbaden Army Airfield angeschaut. Als kleinen Bonus gibt es noch einen Abstecher auf das Betriebsgelände der Stadtwerke. Das wohl bekannteste Bauwerk dieser Strecke ist die Eisenbahnbrücke über die Mainzer Straße, wenn man von der A671 in die Stadt reinfährt. Die wenigsten werden aber wissen, welcher Strecke diese Brücke einmal diente.

Da auch diese Strecke am Bahnhof Wiesbaden Ost beginnt, starte ich meine Reise wieder dort. Die meisten meiner Fotos entstanden bereits im November 2020. In den goldenen Herbsttagen entstanden auch meine Fotos vom ersten Abschnitt auf der Aartalbahn. Recherchiert habe ich zusätzlich anhand alter Karten sowie Luftbildaufnahmen aus dem Geoportal der Stadt Wiesbaden sowie der OpenRailway-Map. Alle Quellen sind am Ende des Artikels aufgelistet und verlinkt.

Wie immer gilt: haltet gebührend Abstand von den Gleisen der noch aktiv befahrenen Abschnitte! Das sind auf dieser Reise die Strecken zwischen Wiesbaden Ost und dem Erbenheimer Abzweig.

Die im Blogpost betrachtete Strecke von Wiesbaden Ost zum Erbenheimer Flugplatz (Karte von 1954) (Quelle: Geoportal der Stadt Wiesbaden, CC BY-NC-SA 4.0)
Die im Blogpost betrachtete Strecke von Wiesbaden Ost zum Erbenheimer Flugplatz (Karte von 1954) (Quelle: Geoportal der Stadt Wiesbaden, CC BY-NC-SA 4.0)

Die ersten Kilometer ab dem Bahnhof Wiesbaden Ost

Den Beginn der ehemaligen rund 8 Kilometer langen Eisenbahnstrecke kann man im Bahnhof Wiesbaden Ost am nördlichen Ende des Bahnsteig 3 / 4 am besten einsehen. Trotz ihrer Kürze gibt bzw. gab es relativ viele Brückenbauwerke auf der Strecke. Einige davon ist noch tagtäglich im Wiesbadener Stadtbild zu sehen, anderes ist sehr versteckt. Den meisten wird es aber nicht großartig auffallen.

Auf dem Bahnsteig entstand das nachfolgende Bild. Direkt vor mir liegt der Streckengleis der S-Bahn von Wiesbaden Hbf nach Mainz-Kastel, aber links davon am Kilometerstein 0,1 und der Kilometertafel 0,2 – dort beginnt die Strecke zum Flugplatz Erbenheim.

In Wiesbaden Ost beginnt die Strecke. Links vom Gleis an Bahnsteig 4 sieht man das verwachsene Gleis und alte Kilometertafeln Richtung Erbenheim.
In Wiesbaden Ost beginnt die Strecke. Links vom Gleis an Bahnsteig 4 sieht man das verwachsene Gleis und alte Kilometertafeln Richtung Erbenheim.

Noch ein Stückchen weiter links verläuft auf der beginnden Dammlage die Aartalbahnstrecke und ganz links zu sehen ist die Rechte Rheinstrecke Richtung Rheingau und Koblenz. Zum Großteil fahren dort nur Güterzüge, da die meisten Personenzüge über den Hauptbahnhof fahren und dort Kopfmachen. Nur die RE-Linie 9 (Frankfurt – Rüdesheim ohne Wiesbaden Hbf) und einige rechtsrheinisch verkehrende Fernverkehrszüge nehmen die Kurve im Personenverkehr mit.

Brückenintermezzo am Amöneburger Kreisel. Das Gütergleis verlief über die Brücke mit den hübschen Eisengeländern im Vordergrund.
Brückenintermezzo am Amöneburger Kreisel. Das Gütergleis verlief über die Brücke mit den hübschen Eisengeländern im Vordergrund.

Das nächste Mal in Erscheinung tritt die Strecke dann in der Mainzer Straße unweit des Amöneburger Kreisels. Über die höchste und schönste Brücke verlief ab ca. 1905 die Spange vom Biebricher Ostbahnhof zur Ländchesbahn in Richtung Erbenheim. Ganz genau datieren lässt es sich anhand der mir zur Verfügung stehenden Karten nicht. Ich nehme aber an, dass die Bauwerke alle zusammen mit der Zufahrt und Trassierung zum neuen Wiesbadener Hauptbahnhof entstanden sind. Dieser ging im Jahr 1906 in Betrieb. Über die hinterste Brücke mit den türkisenen Geländern verläuft die Autobahn A671. Die Brücke genau dazwischen dient den drei Streckengleisen von und zum Hauptbahnhof, über die tagtäglich zum Beispiel die S-Bahnlinien S1, S8, S9 und die Regionalbahnlinien RB10 sowie RB75 fahren.

Das auffälligste Bauwerk der kurzen Eisenbahnstrecke im Wiesbadener Stadtgebiet dürfte aber das nun folgende sein. Auch diese Brücke führt nochmal über die Mainzer Straße, nun aber am Stadteingang von der Autobahn kommend. Unmittelbar nach der Brücke steht das Ortsschild der Landeshauptstadt Wiesbaden. Auch hier fallen wieder die schönen gusseisernen Geländer ins Auge. Wann genau über diese Brücke zum letzten Mal ein Zug fuhr kann ich nicht genau sagen. Wenn ihr Informationen dazu habt, schreibt es gerne in die Kommentare. Es muss wohl vor dem Jahr 2003 gewesen sein.

Am Ortschild von der A671 kommend überquert diese schöne Eisenbrücke die Schnellstraße.
Am Ortschild von der A671 kommend überquert diese schöne Eisenbrücke die Schnellstraße.

Das Anschlussgleis zu den Wiesbadener Stadtwerken

Kurz hinter der Brücke über die Mainzer Straße war einst ein Abzweig zu den Stadtwerken. Foto davon habe ich leider keins, denn dieser Bereich ist nicht zugänglich. Das links abzweigende Gleis unterquerte die vom Hauptbahnhof kommende Ländchesbahn und führte ab ca. 1910 aufs Gelände der Stadtwerke. Genauer gesagt zum Städtischen Gaswerk mit Kokerei, zu den Städtischen Elektrizitätswerken und zum Städtischen Bauhof sowie zur Gartenbauzentrale.

Neben Koks zur Gasgewinnung und nach der Stilllegung der Kokerei 1968 wahrscheinlich auch Gas in Kesselwagen wurden dementsprechend auch Erden und Dünger per Eisenbahn angeliefert. Ein Teil des großen Areals ist auch heute noch ESWE-Betriebsgelände. Ausgesprochen übrigens Äs-Weh, wie S W für Stadtwerke Wiesbaden. Auf dem nördlichen Teil steht inzwischen das Justiz- und Verwaltungszentrum und statt der Bahngleise führt inzwischen die Konradinerallee durch das Areal. Für die Durchfahrt mit dem Auto ist die Straße gesperrt, aber zu Fuß kann man durchlaufen. Aber wie gesagt, von den Eisenbahnanlagen konnte ich nichts mehr entdecken. Lediglich auf der anderen Seite des ehemaligen Bahnübergangs am Siegfried-Ring, da lassen sich im Gestrüpp noch Gleise erahnen, quasi hinter meinem Rücken im nächsten Foto.

Der Blick vom Siegfriedring auf das ESWE-Betriebsgelände. Bis in die späten 80er-Jahre führte auf dieser Trasse das Anschlussgleis entlang.
Der Blick vom Siegfriedring auf das ESWE-Betriebsgelände. Bis in die späten 80er-Jahre führte auf dieser Trasse das Anschlussgleis entlang.

Ich habe viele Luftbilder aus den unterschiedlichen Jahrzehnten studiert. Letztmalig erkennbar waren die Gleisanlagen auf dem Gelände der Stadtwerke im Jahr 1987. Zwei Jahre später waren dann schon Bagger und Erdbewegungsarbeiten auf den Luftbildern festgehalten. Aber auch ansonsten ist das Gelände des ehemaligen Gaswerks im Vergleich zu 1966 kaum wieder erkennbar. Sämtliche Gastanks und Industrieanlagen waren Ende der 80er-Jahre längst verschwunden.

Luftbildaufnahme von 1966 des Stadtwerke-Areals. Die Gleise von mir leicht hervorgehoben. Gut zu erkennen die runden Gaslagertanks. (Quelle: Geoportal der Stadt Wiesbaden, CC BY-NC-SA 4.0)
Luftbildaufnahme von 1966 des Stadtwerke-Areals. Die Gleise von mir leicht hervorgehoben. Gut zu erkennen die runden Gaslagertanks. (Quelle: Geoportal der Stadt Wiesbaden, CC BY-NC-SA 4.0)

Um das Jahr 1929 findet man auf Karten des Stadtvermessungsamtes sogar eine Verlängerung des Firmenanschlussgleises über die heutige Hohenstaufenstraße runter bis zur Mainzer Straße. Das Gleis endete auf Höhe des heutigen Gebäudes vom Fahrradladen „Lucky Bike“ und führte über eine Spitzkehre noch ein paar Meter an der Straße entlang Richtung Süden und endete schließlich auf der gegenüberliegenden Straßenseite in der Höhe vom heutigen „McDonald’s“. Auf dem Gelände von „McDonalds“ sowie dahinter befand sich einmal die Wiesbadener Germania Brauerei. Das letzte Mal Bier abgefüllt wurde dort jedoch schon 1973, abgerissen wurde das Areal dann 1983. Mitte der 50er-Jahren war diese Gleisverlängerung laut Karte aber schon wieder Geschichte. Falls der Gleisanschluss einst der Brauerei diente, so waren es nur wenige Jahre.

Als das Gebiet östlich der Stadtwerke noch unerschlossen war, verlief dort die heutige, in der Form nicht mehr existierende, „Kriemhildenstraße“. Von dieser gibt es heute nur noch ein kurzes Stück südlich des Siegfriedrings am Südfriedhof entlang – im Bild oben verläuft sie durch das „NC“ der CC-Lizenz. Früher verlief diese Straße einmal diagonal runter bis zur Mainzer Straße auf den ehemaligen und noch viel älteren Bahnanlagen, die vor 1906 von Erbenheim kommend zum Hessischen-Ludwigs-Bahnhof führten. Der Bahnhof war einer der drei Vorgänger des heutigen Hauptbahnhofs. Auf dem runtergerockten real-Parkplatz (insbesondere im Luftbild) lassen sich auch heute einige Überreste der Straße erkennen. Zwischen 1954 und 1960 wurde das ganze Areal rund um die heutige Hasengartenstraße neu trassiert. Die Straßen in diesem Gebiet verlaufen seither alle parallel bzw. im rechten Winkel zur Mainzer Straße.

Die Tengelmann-Zentrale in Wiesbaden

Für einiges Kopfzerbrechen sorgte bei mir das im Luftbild von 1987 gut sichtbare Gleis zum heutigen Areal von „HIT Markt“ und „Media Markt“. Weil ich im Netz nichts dazu finden konnte, habe ich wieder den Joker gezogen und in der „Du weißt, du kennst Wiesbaden, wenn du früher…“-Facebook-Gruppe nachgefragt. Dort dauerte es nur wenige Minuten und ich wurde überhäuft mit Informationen und Bildern. Laut einer Zeitzeugin in der Facebook-Gruppe wurden darüber auch die Fleisch-, Obst-, und Gemüselager der Tengelmann-Zentrale via Schiene beliefert. Vielen Dank hierfür!

Neben der Zentrale der Tengelmann-Gruppe fand man dort auch einen zur Gruppe gehörenden „Grosso“-Supermarkt und „OBI“-Baumarkt sowie die bereits erwähnten Lager im Untergeschoss. Im Verwaltungshochhaus über dem heutigen „HIT-Markt“ hatte der Tengelmann-Chef oben drin sogar eine Penthouse-Wohnung. Da wüsste ich ja auch gerne mal, was aus der geworden ist.

Das Gleis in Richtung des Gebäudes war aber auch 1966 im Luftbild schon erkennbar und somit bereits vor der Erweiterung des Tengelmann-Firmengeländes Anfang der 70er-Jahre existent. Wahrscheinlich diente es also ursprünglich zusammen mit der westlich davon liegenden Halle der Wartung und Unterbringung der Lokomotiven. Aber weil es eben schon da war, wurde es gleich sinnvoll mitbenutzt. Diese Wartungshalle gibt es heute nicht mehr, in den 80er-Jahre wurde sie aber noch durch das THW weitergenutzt.

Eisenbahnstrecke vom Abzweig Mainzer Straße bis nach Erbenheim

Folgte man am Abzweig Mainzer Straße nicht dem linken Gleis Richtung Stadtwerke, sondern dem rechten, so gelang man an das Streckengleis der Ländchesbahn vom Hauptbahnhof kommend in Richtung Erbenheim. Diesem folgte das Gütergleis nun bis zum Abzweig in Erbenheim immer parallel. Eine Weichenverbindung am westlichen Endpunkt konnte ich zwischen den beiden Strecken aber in keinem Jahr ausmachen. Nur am östlichen Ende am Erbenheimer Abzweig gelang man vom Gütergleis auf die Gleisanlagen der Ländchesbahn Richtung Niedernhausen.

Heute sieht es dort durch die zweigleisige Neubaustrecke zur ICE-Trasse von Frankfurt nach Köln überall ein bisschen anders aus. Am besten sieht man den Unterschied wohl an den übereinander gelegten Luftbildern von 1998 und 2011. Seit dem Neubau nutzen die Züge auf der Ländchesbahn vom Hauptbahnhof nämlich die neue zweigleisige Trasse bevor sie dann an der Anschlussstelle Wiesbaden-Kinzenberg eingleisig aus der ICE-Trasse ausfädeln.

Die Ländchesbahn und das Anschlussgleis zum Flugplatz am Abzweig Mainzer Straße im Laufe der Zeit. Links ein Luftbild von 1998, rechts eins von 2011. (Quelle: Geoportal der Stadt Wiesbaden, CC BY-NC-SA 4.0)
Die Ländchesbahn und das Anschlussgleis zum Flugplatz am Abzweig Mainzer Straße im Laufe der Zeit. Links ein Luftbild von 1998, rechts eins von 2011. (Quelle: Geoportal der Stadt Wiesbaden, CC BY-NC-SA 4.0)

Wie im Luftbild von 1998 links gut erkennbar ist, wurde die Brücke des Anschlussgleises Richtung Stadtwerke schon ein paar Jahre zuvor mit heller Erde verfüllt. War höchstwahrscheinlich billiger als eine Brücke, über eine Strecke, die nicht mehr gebraucht wird, weiterhin zu warten.

Anders als beim Fotografieren letztes Jahr noch gedacht habe, war der Abschnitt der Ländchesbahn also nicht zweigleisig ausgebaut, sondern es lagen zwei parallelführende Eisenbahnstrecken nebeneinander. Heute ist davon nur noch ein Gleis übrig. Das südliche Gleis ist komplett abgebaut. Alle Brücken in diesem Abschnitt und natürlich auch die Trasse sind breit genug für eine zweigleisige Strecke. Wenn man der Strecke mit dem Rad folgt, kann man das von den beiden Brücken über die Ländchesbahn sehr gut sehen. Vielleicht wird die Strecke in diesem Abschnitt durch ein steigendes Zugangebot ja irgendwann mal „richtig“ zweigleisig ausgebaut.

Eine Regionalbahn der Hessischen Landesbahn auf der Ländchesbahn. Rechts vom Gleis ist noch gut die Trasse des zweiten Gleises erkennbar.
Eine Regionalbahn der Hessischen Landesbahn auf der Ländchesbahn. Rechts vom Gleis ist noch gut die Trasse des zweiten Gleises erkennbar.

Abmontiert wurde das Gütergleis auf dem Parallelabschnitt laut den Luftbildern um das Jahr 2003 herum. Im selben Jahr wurde das Gleis vom Flughafen Erbenheim kommend nochmal neu an die Ländchesbahn Richtung Hauptbahnhof angeschlossen. Rund 15 Jahre bestand diese Verbindung noch, bevor sie zwischen 2017 und 2020 wieder ausgebaut wurde. Das Gleis zum Flughafen ist seither also endgültig tot.

Die heute überdimensionierte Brücke über die B455. Im Vordergrund das tote Gleis zum Flugplatz. Im Hintergrund die Ländchesbahn von Wiesbaden nach Niedernhausen.. Dazwischen lagen früher noch zwei weitere Gleis zum Güterbahnhof in Erbenheim.
Die heute überdimensionierte Brücke über die B455. Im Vordergrund das tote Gleis zum Flugplatz. Im Hintergrund die Ländchesbahn von Wiesbaden nach Niedernhausen.. Dazwischen lagen früher noch zwei weitere Gleis zum Güterbahnhof in Erbenheim.

Überbleibsel der Verzweigung ist nun nur noch eine viel zu breite Brücke über die Bundesstraße B455 kurz vor der Autobahnanschlussstelle Wiesbaden-Erbenheim. Da an dieser Stelle parallel zur Eisenbahn noch ein Wirtschaftsweg die Bundesstraße überquert, kann man sich das alles problemlos anschauen.

Der Bahnhof Erbenheim und das ehemalige Dywidag-Firmengelände

Schaut man sich die Gleisanlagen in Erbenheim auf alten Luftbildern an, so kommt man recht schnell zur Feststellung, dass nur noch ein mickriger Rest davon übrig geblieben ist. Noch auf dem Luftbild von 1989 sind im Westteil des Bahnhofs ca. 10 parallelverlaufende Gleise erkennbar. Auch die Brücke über die B455 ist links nochmal mit im Bild. Damals noch mit all ihren Gleisen.

Der Bahnhof Erbenheim und das Firmengelände von Dywidag.
Der Bahnhof Erbenheim und das Firmengelände von Dywidag.

Heute ist nur noch eins davon übrig und der Bahnhof ist längst zum Haltepunkt ohne Ausweichmöglichkeit auf der eingleisigen Strecke degradiert worden. Das große Gleise-Demontieren fand hier ebenfalls um das Jahr 2003 herum statt.

Wofür all die Gleise nördlich der durchgehenden Strecke einmal dienten, kann ich nicht genau sagen. Müssen wohl Abstellgleise gewesen sein. Nur für was? Südlich der Strecke sind noch einige Stumpfgleise erkennbar, diese endeten an Laderampen und dienten dem Be- und Entladen von Güterzügen.

Eine Aufnahme vom November 2020 - hier entsteht die nächsten Monate das Baugebiet Erbenheim-Süd. Früher befand sich hier das Dywidag-Firmengelände.
Eine Aufnahme vom November 2020 – hier entsteht die nächsten Monate das Baugebiet Erbenheim-Süd. Früher befand sich hier das Dywidag-Firmengelände.

Zwischen der Strecke zum Flugplatz und dem Bahnhof Erbenheim lag einst ein großes Areal, das der Dywidag (Dyckerhoff & Widmann AG) gehörte. Auf dem Firmengelände wurden mit dem bei Dyckerhoff in Amöneburg hergestellten Zement Fertigbauwerke wie zum Beispiel Kanalrohre erstellt. Mehr zur Geschichte der Firma im Wiesbadener Stadtlexikon. Aktuell wird dieses Areal als Baugebiet Erbenheim-Süd erschlossen.

Aber auch Bauteile eines der aufsehenerregendsten Bauwerke des frühen 20. Jahrhunderts – der Jahrhunderthalle in Breslau – stammen zum Beispiel aus Wiesbaden. Die Kuppel der Halle war zum Zeitpunkt der Fertigstellung (1911/1912) mit einer freien Spannweite von 65 Metern im Durchmesser die größte dieser Art im damaligen Deutschland.

Das inzwischen ehemalige Dywidag-Firmengelände am Erbenheimer Bahnhof. (Quelle: Geoportal der Stadt Wiesbaden, CC BY-NC-SA 4.0)
Das inzwischen ehemalige Dywidag-Firmengelände am Erbenheimer Bahnhof. (Quelle: Geoportal der Stadt Wiesbaden, CC BY-NC-SA 4.0)

Selbstverständlich führten auch mehrere Ladegleise auf das große Areal. Doch ab Ende der 1970er-Jahre wurde das Erbenheimer Werk dann stufenweise stillgelegt. 1989 sieht man auf dem Luftbild noch ziemlich viele Baukräne und andere Baufahrzeuge stehen. Im Luftbild von 1998 wirkt dann alles recht verlassen. Im Jahr 2003 dafür kehrte neues Leben ein und scheinbar wurden auch wieder Betonfertigteile hergestellt. So sah es dann rund ein Jahrzehnt lang aus bis um das Jahr 2019 alles platt gemacht wurde. Leider habe ich es verpasst vor dem Abriss noch selbst Fotos anzufertigen.

Südlich des Neubaugebiets Erbenheim-Süd sind noch einige Meter Gleis erhalten. Man muss nur genau hinschauen.
Südlich des Neubaugebiets Erbenheim-Süd sind noch einige Meter Gleis erhalten. Man muss nur genau hinschauen.

Vom Abzweig Erbenheim zum Flugplatz Erbenheim

Auf den restlichen knapp zwei Kilometern Strecke zum Flughafen führt das Gleis südlich des Dywidag-Firmengeländes entlang und unterquert danach die Landstraße an der kleinen Erddeponie. An der Stelle fiel mir ein viel zu groß geratene Brückenmauer ins Auge. Um rauszufinden, was das einmal war, musste ich wieder die Luftbilder Jahr für Jahr durchgehen. 1977 deutete sich schon an, dass dort einmal eine Straße verlief und 1966 wurde es dann ganz deutlich. Damals unterbrach noch ein großer Verteilerkreisverkehr bei Erbenheim den Rhein-Main-Schnellweg, die heutige A66.

Ein Blick in der Vergangenheit, Im Jahr 1966 endet die heutige A66 noch in Erbenheim. (Quelle: Geoportal der Stadt Wiesbaden, CC BY-NC-SA 4.0)
Ein Blick in der Vergangenheit, Im Jahr 1966 endet die heutige A66 noch in Erbenheim. (Quelle: Geoportal der Stadt Wiesbaden, CC BY-NC-SA 4.0)

Der Verteilerkreis ist längst verschwunden und durch die weiter westlich liegende und autobahnkreuzähnlich ausgebaute Anschlussstelle Wiesbaden-Erbenheim (A66 / B455) ersetzt worden, aber die Brücke über die Güterstrecke zum Flughafen, die hat überlebt. Den linken Ast nutzt heute die Landstraße Richtung Delkenheim. Und den rechten Ast, auf den der orangene Pfeil zeigt, das war die zu große geratene Brückenmauer. Hat Spaß gemacht hier als Ortsfremder ein bisschen Detektiv in der Vergangenheit zu spielen.

Interessant auf dem alten Luftbild auch die zusätzliche Anschlussstelle kurz vor dem großen Kreisel. Heute unterquert die Rennbahnstraße an der Stelle die Autobahn nur noch. Die Flächen sowohl südlich als auch nördlich der Autobahn wurden längst bebaut. Der Name der Straße deutet übrigens auf die frühere Nutzung des Flugplatz-Geländes hin. Wie das Landesgeschichtliche Archiv Hessen weiß, wurde das Areal im Jahr 1910 als Pferderennbahn erschlossen. Bereits vor dem Ersten Weltkrieg erfolgten auf der Pferderennbahn Starts und Landungen von Flugzeugen. Einen Bahnanschluss gab es damals noch nicht. Auch 1925 ist noch keiner in der Karte verzeichnet.

Zwischen ehemaligem Dywidag-Firmengelände und dem ehemaligen Erbenheimer Verteilerkreisel taucht die Strecke auch nochmals kurz auf.
Zwischen ehemaligem Dywidag-Firmengelände und dem ehemaligen Erbenheimer Verteilerkreisel taucht die Strecke auch nochmals kurz auf.

Von der Pferderennbahn zum Europa-Hauptquartier der US-Armee

Um das Jahr 1928 wurde die Rennbahn dann Flugplatz umgebaut. Dieser erhielt den offiziellen Namen Wiesbaden-Mainz und wurde für einige Jahre auch für zivile Passagierflüge genutzt. Laut einem Artikel im Wiesbadener Kurier von 2009 gehörte der Flugplatz zu den ersten, den die Besatzermächte nach dem Ersten Weltkrieg im besetzten Rheinland wieder erlaubten.

Die zivile Luftfahrt nahm am Flugplatz aber ein schnelles Ende. Bereits 1936 beschlagnahmte die deutsche Luftwaffe den Flugplatz und funktionierte ihn in einen Militärstützpunkt um. Während des Zweiten Weltkrieges sollen von hier aus Bombenangriffe auf London geflogen worden sein. Ich vermute, dass mit der militärischen Bedeutung im Dritten Reich dann auch die Eisenbahnstichstrecke ab Erbenheim gebaut wurde. Genau kann ich es aber nicht sagen, da im Geoportal der Stadt Wiesbaden keine Karten im Zeitraum von 1925 bis 1954 verfügbar sind. Zuvor gabs keine Anbindung, danach war die Strecke gebaut und eingezeichnet.

Eine Anfrage per E-Mail an die Administration der US-Armee führte leider zu keinem Erfolg. Man habe leider keine Aufzeichnungen über den Bahnanschluss und dessen Nutzung antwortete man mir.

In der Nähe der Erbenheimer Gartenbaufirma Gramenz steht einsam und verlassen ein letztes Signal der Strecke.
In der Nähe der Erbenheimer Gartenbaufirma Gramenz steht einsam und verlassen ein letztes Signal der Strecke.

Seit 1945 befindet der Flugplatz und etliche Hektar des Geländes drum herum im Besitz der US-Arme, die den Flugplatz heute unter dem Namen „Wiesbaden Army Airfield“ betreibt. Anders als viele andere Standorte der US-Armee in Deutschland wurde Wiesbaden nicht geschlossen, sondern zum Hauptquartier der US Army in Europa (USAREUR) ausgebaut. An den verschiedenen Stützpunkten in Wiesbaden sind aktuell ca. 20.000 Soldat*innen und Angehörige stationiert.

Die letzten Züge der Eisenbahnstrecke

Seit 2002 verläuft parallel zur Autobahn außerdem noch die zweigleisige Zubringertrasse zur ICE-Schnellfahrstrecke. Stand heute verkehren dort leider nur zwei Züge pro Tag! Morgens ein ICE nach Köln und abends einer von Köln über Wiesbaden nach Stuttgart zurück. Mit dem Ausbau der Wallauer Spange wird sich das hoffentlich ändern. Nach Herstellung der neuen Verbindung sollen schnelle Regionalzüge Richtung Darmstadt und Fulda die Strecke mit nutzen. Das ist bisher nicht möglich, weil Züge am Ende der Zubringerstrecke bisher nur links Richtung Köln abbiegen können. Die Rechtsabbiegerspur Richtung Flughafen fehlt noch.

Die Unterquerung der Autobahn A66 sowie der Eisenbahn-Zubringertrasse sind dann auch die letzten größeren Bauten auf der Strecke zum Flugplatz. Zusammen mit einem kleinem Bachlauf, der besser kein Hochwasser führen darf, passierte das kleine Anschlussgleis hier die großen Verkehrstrassen nahezu unsichtbar. Seit ca. 2011 liegen in diesem Bereich unter den Brücken schon keine Gleise mehr. Die Stelle ist über die Barbarossastraße relativ gut erreichbar. Bevor die Autobahn gebaut wurde, war die Straße auch keine Sackgasse.

Die Unterquerung der A66 und unmittelbar dahinter die Unterquerung der ICE-Trasse. Seit etwa 2011 sind die Schienen hier entfernt.
Die Unterquerung der A66 und unmittelbar dahinter die Unterquerung der ICE-Trasse. Seit etwa 2011 sind die Schienen hier entfernt.
Die Schilder waren sich nicht ganz einig, ob ich die Autobahn-Unterführung nun benutzen darf oder nicht.
Die Schilder waren sich nicht ganz einig, ob ich die Autobahn-Unterführung nun benutzen darf oder nicht.

Was mich doch ein bisschen verwundert ist, dass man hier beim Bau der neuen ICE-Trasse um das Jahr 2001 herum noch Rücksicht auf das Anschlussgleis nahm. Es muss ja wohl schon absehbar gewesen sein, dass das Gleis nicht mehr lange in Betrieb sein wird. Aber wahrscheinlich wurde die ICE-Trasse ja zehn Jahre zuvor geplant und die US-Army wird auch nicht wirklich Bescheid gesagt haben, dass das Gleis bald obsolet sein wird.

Bei meiner Suche, wann der Betrieb zum Flugplatz denn nun genau eingestellt wurde, fand ich leider kein genaues Datum. Aber ein paar nette Details. Auf dem Luftbild von 2003 kann man nämlich sogar einen Zug auf freier Strecke erkennen. Ich bin mir nur nicht sicher, ob die V90-Diesellok den einzelnen Wagen vor sich her schiebt und gleich ein Auto auf dem Bahnübergang rammt oder hinter sich her zieht und das rote Auto sehr schnell vorgerückt ist.

Im trockenen Sommer 2003 konnte ich letztmaligen aktiven Betrieb zur Kaserne nachweisen. (Quelle: Geoportal der Stadt Wiesbaden, CC BY-NC-SA 4.0)
Im trockenen Sommer 2003 konnte ich letztmaligen aktiven Betrieb zur Kaserne nachweisen. (Quelle: Geoportal der Stadt Wiesbaden, CC BY-NC-SA 4.0)

Zwar hängt gerade nur ein Wagen an der Lok, aber auf den Ladegleisen im Militärgelände kann man beobachten, wie gerade an der Panzerrampe etwa 17 Waggons mit Militärfahrzeugen beladen werden. Ganz genau lässt es sich nicht abzählen, weil der Zug halb im Schatten der Lagerhallen steht. In der Spitzkehre im hinteren Bereich der Gleisanlagen stehen noch fünf weitere leere offene Waggons (hier mit im Bild) sowie vier Kesselwagen auf dem Retourgleis der Spitzkehre.

Die US-Militärbasis Erbenheim im Jahr 2003 aus der Luft. Gut erkennbar der kleine Stau an der Panzerrampe beim Verladen der Fahrzeuge. (Quelle: Geoportal der Stadt Wiesbaden, CC BY-NC-SA 4.0)
Die US-Militärbasis Erbenheim im Jahr 2003 aus der Luft. Gut erkennbar der kleine Stau an der Panzerrampe beim Verladen der Fahrzeuge. (Quelle: Geoportal der Stadt Wiesbaden, CC BY-NC-SA 4.0)

Auf den Luftbildern von 2006 wirkt alles noch betriebsbereit, die Gleisanlagen quer über das Gelände wurden auch noch nicht als Parkplatz genutzt, aber Wagenmaterial konnte ich in dieser Momentaufnahme keins mehr sichten. Auf den Bildern aus dem Jahr 2008 war dies genauso.

Zwischen Rennbahnstraße und Erbenheimer Friedhof zeugt noch ein Bahnübergang von der ehemaligen Strecke.
Zwischen Rennbahnstraße und Erbenheimer Friedhof zeugt noch ein Bahnübergang von der ehemaligen Strecke.

Dieser Zustand ändert sich dann jedoch in den Aufnahmen von 2011 schlagartig. Auf dem Militärgelände wirken die Gleise längst nicht mehr so gut in Schuss gehalten und werden teils auch schon zum Parken umfunktioniert. Vor den Toren der Kaserne hat das Demontieren der Gleise gerade begonnen. Ungefähr bis zur alten Verteilerkreisbrücke, die ich oben im Luftbild markiert hatte, fehlen die Gleise nun. Überbleibsel auch hier: nur noch der betonierte Schienenübergang an der Straße und die beiden Signalanlagen.

Das erste Mal auf die ehemalige Bahnstrecke aufmerksam wurde ich am „70 Jahre Berliner Luftbrücken“-Fest als rund ein dutzend Rosinenbomber an Pfingstmontag 2019 als Stargast ihre Runden über das Flugfeld zogen. Das war auch das bisher einzige Mal, dass mich die Amerikaner in ihr Militärsperrgebiet an der Airbase gelassen haben. Beim großen Jubiläumsfest fuhren Shuttlebusse ab Wiesbaden bis nach Erbenheim und den letzten Kilometer musste man laufen.

Der Fußweg führte entlang der ehemaligen Eisenbahntrasse. Am Gestrüpp unweit der Gartenbaufirma Gramenz steht am ehemaligen Gleis noch das Überbleibsel einer Signalanlage. Das Foto habe ich weiter oben schon eingebettet. Ein paar Meter weiter auf freier Flur stand bis Mitte März 2021 ein weiteres Signal. Die Zaunanlagen auf der linken Seite halten ungebetene Gäste vom Militärgelände sowie von der Start- und Landebahn fern.

Der Blick vom Bahnübergang Richtung Flugplatz. Diese Aufnahme habe ich im November 2020 gemacht.
Der Blick vom Bahnübergang Richtung Flugplatz. Diese Aufnahme habe ich im November 2020 gemacht.

Wie ich dann Ende März bei einer Radfahrt rund um Wiesbaden aber feststellen musste, wurde entlang des Flughafen-Zauns alles platt gemacht und die letzten Reste der Eisenbahnstrecke sowie deren Gleisbett beseitigt.

Ende März 2021 war das einsam auf weiter Flur stehende Signal sowie der Gleisunterbau gerade frisch abgetragen.
Ende März 2021 war das einsam auf weiter Flur stehende Signal sowie der Gleisunterbau gerade frisch abgetragen.

In diesem Bereich sind nun nur noch die ehemaligen Bahnübergänge Nahe des Erbenheimer Friedhofs sowie die Schottertrasse unmittelbar vor der Zufahrt auf das US-Kasernengelände erhalten. Auf die Airbase selbst lassen mich die US-Soldaten an der Pforte wohl erst bei der nächsten großen Flugzeugschau zur 100 Jahr Feier. Auf den Luftbildern von 2020 kann man aber gut erkennen, dass entlang der ehemaligen Ladegleise viel umgebaut wurde und außer den Bahnübergängen nichts mehr von der Strecke erhalten ist. Im Bereich des ehemaligen Gleises für die Kesselwagen findet man jetzt nur noch einen großen Parkplatz. Das Schicksal des Gütergleises vom Wiesbadener Ostbahnhofes zum Flugplatz dürfte damit endgültig besiegelt sein.

Die letzten Meter des ehemaligen Anschlussgleises vor der US-Army Airbase.
Die letzten Meter des ehemaligen Anschlussgleises vor der US-Army Airbase.

Über weitere Hinweise zur Strecke und gegebenenfalls auch Richtigstellungen zu Details, die ich in meinem Artikel trotz intensiver Recherche nicht richtig wiedergegeben habe, freue ich mich natürlich. Schickt sie mir gerne in den Kommentarbereich. Wer noch mehr Eisenbahngeschichte rund um Wiesbaden erlesen will, dem empfehle ich meine beiden Artikel über die Aartalbahn. Ich habe diese unterteilt in die Abschnitte Stadtgebiet und Taunusquerung bis Bad Schwalbach. Die restliche Strecke bis Diez fehlt noch.

Meine Quellen:

Hinweis zu den Luftbildern und Karten sowie der verwendeten CC-Lizenz

Alle aus dem Geoportal der Landeshauptstadt Wiesbaden verwendeten Karten und Luftbilder stehen unter CC BY-NC-SA 4.0-Lizenz. Die genauen Bedingungen sind hier einsehbar.


Dieser Artikel wurde am 10. April 2021 um 09:09 Uhr von mahrko veröffentlicht.
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11 Kommentare

  • Reply Rufus 10. April 2021 at 10:04:19

    Wow, toller Artikel. Danke dafür. Ich hab mich bis heute nie gefragt wozu die Brücke über die Mainzer Straße gehört. Sie war einfach immer da und normal. Komisch das ich mich nicht gewundert habe das ich nie einen Zug darauf gesehen habe. Falls es noch mehr alte Gleise in Wiesbaden gibt würde ich mich über noch mehr Artikel freuen 🙂

    • Reply mahrko 10. April 2021 at 10:56:25

      Danke für die netten Worte. Eine Strecke hätte ich noch.

      Vom Schiersteiner Bahnhof ging’s mal an der Alten Schmelze vorbei runter bis zum Hafen und zum Raiffeisenlager. Aber das sind nur ein paar hundert Meter. 🙃

      Müsste dann wohl in Mainz weitermachen. Aber für die Gleisanlagen im Zollhafen komme ich 15 Jahre zu spät.

  • Reply Stefan Weber 10. April 2021 at 10:37:52

    Wie immer super recherchiert und spannend informativ. Vielen Dank.

  • Reply @EURO_NIGHTER 10. April 2021 at 11:42:42

    Danke für die Recherche und den tollen Bericht.
    Die relativ vielen Gleise im Erbenheimer Bf könnten der militärischen Reserve gedient haben. Schnelle Beladung von Flachwagen auf den Rampen und zusammenstellen von Militärzügen.
    Wurde so auch in anderen zivilen Bahnhöfen in der Nähe von Militäreinrichtungen vorgehalten.

  • Reply Fabian Mitter 10. April 2021 at 13:54:01

    Vielen Dank für diese hochspannende Spurensuche, lieber Marco!

    Beim Verkehrsangebot auf der Breckenheimer Kurve ist es so, dass morgens einer nach Köln und einer nach Stuttgart fährt (ICE711 und 712) und Abends nochmal einer nach Köln (710) und noch einer nach Frankfurt am Ende seiner Rundfahrt durch halb Deutschland, die er in München angetreten hat (1224).

    An alten Gleisen sehe ich auf der openrailwaymap.org ein Gleis von der Igelsteinkurve mit Brücke über die A671, das kurz vor der Breckenheimer Kurve an der Abfahrt Erbenheim von der A66 endet.

    • Reply mahrko 10. April 2021 at 14:50:54

      Danke für die netten Worte. 🙏🏻

      Das einzelne Gleis führte wohl mal auf die Deponie. Aber genauer hab ich das noch nicht “untersucht”. 🙃

  • Reply Thomas 11. April 2021 at 11:40:49

    Ich finde es immer schade, wenn Bahn-Infrastruktur wie in diesem Fall ungenutzt ist oder zerstört wird, aber die „Archäologie“ dazu begeistert mich immer, auch wenn ich die Örtlichkeit überhaupt nicht kenne – ganz herzlichen Dank und weiter so 🙂

  • Reply David 11. April 2021 at 12:14:01

    Toller Bericht – vielen Dank für die informativen Details und super Aufbereitung. Macht immer wieder Spaß, auf deinem Blog vorbei zu schauen.

  • Reply Hugo 12. April 2021 at 07:35:30

    >Vom Schiersteiner Bahnhof ging’s mal an der Alten Schmelze vorbei runter bis zum Hafen und zum Raiffeisenlager. Aber das sind nur ein paar hundert Meter.

    Da gab es auch noch einen Abzweig auf das Firmengelände von A & E Fischer, der endete kurz vor der Storchenallee.
    Das ist auch auf Google Maps noch gut zu erkennen.

  • Reply Mathias 10. Mai 2021 at 17:49:11

    Die durchgehenden Gleise im Bahnhof Erbenheim wurden für die Verladung von Zuckerrüben verwendet. Das Getreidesilo steht noch heute, die Verladerampe ist heute unscheinbar – keine Ahnung, ob überhaupt noch da. 2018 war sie jedenfalls noch erkennbar: http://skaterbilder.de/IMG_3880_180414.jpg

    Besonders gut sieht man das auf dem Luftbild aus dem Februar 1983: https://geoportal.wiesbaden.de/luftbildarchiv/1983_669.jpg
    Der Bahnhof steht hier voll mit offenen Güterwagen Gattung E, die außerhalb der jährlichen Rübenkampagne nicht benötigt wurden. Nördliche des Bahnhofs, kurz hinter der Brücke, war noch eine kleine Verladeeinrichtung für Kohle (?).

  • Reply Haltepunkt Erbenheim: Dauerhaft eingleisig? - Verkehrsverschönerungsblog 11. Mai 2021 at 20:37:16

    […] die Mainzer Straße parallel zum Gleis der Ländchesbahn ein zweites Gleis. Hierzu empfehle ich die Bilderserie von Mahrko. Nach der Demontage des Gleises um 2011 endete dieses Kapitel wenige Jahre später mit dem Ausbau […]

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