Erste Klasse Business im ÖBB-EuroCity

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Nach dem Besuch der ÖBB-ClubLounge im Innsbrucker Hauptbahnhof sollte es ja wieder nach Hause gehen. Da mir die Deutsche Bahn eine temporäre BahnCard First geschenkt hatte, wollte ich diese natürlich auch einmal nutzen und buchte die Fahrt von und nach Innsbruck in der 1. Klasse. Die Fahrt von Innsbruck nach München führte im EC86 – ein Zug der ÖBB, der am Nachmittag in Venedig gestartet war.

Das Abteil der Business-Class ist mit nur 4 Sitzen bestuhlt.

Das Abteil der Business-Class ist mit nur 4 Sitzen bestuhlt.

Wer mein Bahnsetup im Blog von @Hobbbes gelesen hat, der weiß, dass ich normalerweise nie einen Sitzplatz reserviere. Da ich aber Sonntagabend fuhr und der Zug aus Italien kam, konnte ich absolut nicht einschätzen, wie voll er wohl sein mag. Also habe ich eben doch einmal reserviert – ganz normal über Webseite der Deutschen Bahn.

Die Vorgeschichte

Bei der Reservierung habe ich angegeben, dass ich in einem Abteil und am Fenster sitzen mag und schwupp hatte mich das System in Wagen 202, Platz 46 gebucht. Man könnte jetzt behaupten ich sei ein Freak, jedenfalls habe ich mich nach der Buchung auf die Suche gemacht, wie mein Zug im Innern wohl aussehen mag. Die wichtigste Frage war natürlich – wird es Steckdosen geben?

So stieß ich über die Zugnummer relativ schnell auf eine tschechische Seite – vagonweb.cz. Aber keine Angst, die Seite ist auch auf Deutsch verfügbar und wird von einem mega Freak (im positiven Sinne!) betrieben. Er listet die Wagenreihungen inklusive der Ausstattungsmerkmale unzähliger Züge (IC, EC, CNL) aus ganz Europa auf! Wagenreihungen (aber mit viel weniger Details) erfährt man bei der Deutschen Bahn auf den Wagenstandsplänen. Das sind diese Dinger, die es nicht online, sondern nur am Bahnsteig gibt. Man kann darauf ablesen, welcher Waggon in welchem Abschnitt zum Stehen kommen wird. Zumindest wenn der Zug nicht in geänderter Wagenreihung einfährt, aber das ist ein anderes Thema!

Screenshot der Internetseite vagonweb.cz mit dem EC86.

Screenshot der Internetseite vagonweb.cz mit dem EC86.

Jedenfalls konnte man auf seiner Seite recht schnell sehen, dass der EC86 nur einen Wagen der 1. Klasse führt – kurzer Einschub: das A in Amz steht für 1. Klasse, wohingegen das B in Bmz für 2. Klasse steht – und dieser am Kopf des Zuges gleich hinter der Lok eingereiht war.

Der Betreiber der Seite echte Fleißarbeit geleistet hat, denn es sind sogar Fotos aus dem Innenraum verfügar! Ich konnte also bereits erkennen, dass es sich um einen ziemlich schicken Zug handelt, und wenn man genau hinguckt, dann erkennt man sogar Steckdosen an den Tischen! Mein Frage war also beantwortet. Man hätte es aber auch schon am Steckdosen-Symbol (230 V) auf den Wagenreihungsplan sehen können. 😉

Auf den Fotos konnte man jedoch auch noch Abteile unter dem Namen „1. Klasse Business“ sehen. Diese Gattung gibt’s in Deutschland nicht, kannte ich also nicht. Weiters damit beschäftigt hatte ich mich allerdings auch nicht mehr damit.

EC Venezia - Verona - Bozen - Brenner -  Innsbruck - Kufstein - München

EC Venezia – Verona – Bozen – Brenner – Innsbruck – Kufstein – München

Meine Heimfahrt

Zurück zum 17. März, ich kam gerade aus der Lounge an den Bahnsteig und vergewisserte mich am Gleis nochmals, dass mein Wagen der erste nach der Lok war. Natürlich lag vagonweb.cz richtig. Ich stieg ein und ging den entlang um das Abteil mit den 40er-Sitzen zu suchen. An der Tür zu meinem Abteil las ich dann den ÖBB-Business-Schrift und freute mich. Ich hatte Glück und durch meine Reservierung tatsächlich eines dieser Abteile erwischt!

Im normalen ÖBB-Verkehr kostet dieses Abteil 15 Euro zusätzlich zum Preis des 1. Klasse-Tickets. Das Abteil ist nur mit 4 Sitzen bestuhlt, dafür sind an jeder erdenklichen Stellen Ausklapp-Tischchen versteckt. Man soll hier ja gut arbeiten können, dafür benötigt man schließlich Ablegeflächen.

Pro Sitzplatz steht eine Steckdose zur Verfügung, da ich mir das Abteil aber nur mit einem Herrn teilen musste, hatte jeder zwei Steckdosen. Die Sitzfläche des Sitzes kann man sehr weit rausziehen, sodass ein halber Liegesitz entsteht. Mit Arbeiten war’s das dann allerdings, aber ich schau beim Zug fahren ohnehin lieber aus dem Fenster und mein Nebensitzer, ein Niederländischer Professor und Krebsforscher, der gerade von einem Kongress in Bozen zurück nach München fuhr, hatte auch einige interessante Dinge zu erzählen.

Ich hatte zwar bemerkt, dass er mich duzte, obwohl ich ihn Siezte, störe mich aber nicht daran. Trotzdem entschuldigte er sich im Laufe des Gesprächs dafür und erklärte auch gleich warum er mich geduzt hatte. Er lebte und arbeitete lange Zeit seines Lebens im Norwegischen Hafenstädtchen Stavanger – und in Norwegen werden eben alle bis hoch zum Premierminister geduzt, nur die Königsfamilie wird nicht geduzt.  Stavanger? – Ja genau dort, wo ich letzten Sommer Urlaub gemacht habe. Klein ist die Welt!

Günstig nach Österreich reisen!
www.bahn.de

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Kommtare:

Eine Antwort zu “Erste Klasse Business im ÖBB-EuroCity”


  1. habe den Reiseartikel mit schmunzeln gelesen….fahre am 20ten von villach nach heidelberg…..hoffentlich mit auch so interssanten mitfahrern….

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