Eisenbahnreise 19. August 2018

Tag 13 & 14 der Tour Baltica: Zwei Tage in Helsinki – Finnlands Hauptstadt

Mensch, wie die Zeit vergeht. Kaum in Helsinki angekommen, habe ich die Stadt nach zwei Nächten auch schon wieder verlassen. Dadurch, dass ich so früh in der Stadt ankam, waren es aber wenigstens zwei komplette Tage. So habe ich dann doch einiges von der Stadt gesehen.

Ein Riesenrad im Hafen Helsinikis. Seht ihr die zwei Gondeln, die anders aussehen? Sind Sauna-Kabinen! Eine Fahrt darin kostet allerdings auch 200 Euro.

Ein Riesenrad im Hafen Helsinikis. Seht ihr die zwei Gondeln, die anders aussehen? Sind Sauna-Kabinen! Eine Fahrt darin kostet allerdings auch 200 Euro.

Losgelegt habe ich ganz „klassisch“ mit der FreeTour um 11:00 Uhr. Das hat genau gepasst, nachdem ich meine Sachen in einem Schließfach verstaut hatte und Richtung Altstadt beziehungsweise Hafen gelaufen bin. In der Gruppe wurde dann das Wissen über Finnland mal ein bisschen aufgefrischt. Suomi, wie Finnland auf Finnisch heißt, zählt eigentlich gar nicht zu Skandinavien. Finnland sieht sich kulturell eher bei Estland. Mit ihnen teilen sie auch die Sprachabstammung.

Die Orgel in der Weißen Kathedrale. Wurde am ersten Tag kurz vor 12 sogar bespielt.

Die Orgel in der Weißen Kathedrale. Wurde am ersten Tag kurz vor 12 sogar bespielt.

Aber ein bisschen was teilen sie sich dann doch mit Schweden. Die zweite Amtssprache nämlich. In einigen Teilen des Landes wird sogar eher Schwedisch als Finnisch gesprochen. Alle Straßenschilder, Plakate oder auch Speisekarten sind häufig zweisprachig ausgeführt. In der Schule lernen Kinder immer beide Sprachen und natürlich Englisch. Manchmal auch noch Deutsch, Französisch oder Spanisch. Finnland hat das mit der Verständigung untereinander, also wesentlich besser im Griff, als Estland mit seinem russischsprechenden Bevölkerungsteil.

Ein noch erhaltenes Leuchtturmschiff. Diese ersetzten früher fixe Leuchttürme.

Ein noch erhaltenes Leuchtturmschiff. Diese ersetzten früher fixe Leuchttürme.

Die kleinste Statue weltweit. Eine rund 4 Zentimeter große Maus - genannt wird sie "Viisas hiiri".

Die kleinste Statue weltweit. Eine rund 4 Zentimeter große Maus – genannt wird sie „Viisas hiiri“.

Außerdem gab es ein bisschen was zur Geschichte Finnlands. Ein ziemlich junges Land, das zuvor abwechselnd von Schweden und von Russland beherrscht wurde. Die einen brachten die Universität, die anderen die Demokratie. Für längere Zeit also kein schlechter Deal für die Finnen. Im Jahr 1917 kam dann die Unabhängigkeit, die letztes Jahr mit der 100-Jahr-Feier zelebriert wurde.

Die Orthodoxe Kirche in Helsinki. Ein klein wenig höher als die Evangelische Weiße Kathedrale.

Die Orthodoxe Kirche in Helsinki. Ein klein wenig höher als die Evangelische Weiße Kathedrale.

Die wichtigsten Stationen der recht überschaubaren Altstadt haben wir nacheinander abgehakt. Los ging es am Havis Amanda-Brunnen, dann zunächst zur bekannten Weißen Kathedrale, dem Dom von Helsinki, mit der großen Treppe davor und anschließend über ein paar kleinere Stationen zur Orthodoxen Kirche. Von hier noch durch den Hafen und über den Markt zurück zum Ausgangspunkt der Tour.

Eins der zweisprachigen Straßenschilder. Und weil früher nicht alle lesen konnte, hatten Straßen zusätzlich noch Tierbilder.

Eins der zweisprachigen Straßenschilder. Und weil früher nicht alle lesen konnte, hatten Straßen zusätzlich noch Tierbilder.

Nach der Tour habe ich mir ein 48-Stunden-Ticket für den Nahverkehr geholt. Das gilt nämlich auch auf der Fähre und die brauchte ich, denn mein nächstes Ziel war eine Insel. Nach rund 10 Minuten Fahrt setzt die Fähre mich auf der Festungsinsel Suomenlinna ab. Diese ist der Stadt vorgelagert und voll mit Kanonen. Zählt sogar zum Weltkulturerbe. Also auf jeden Fall einen Blick wert.

Vor den Toren Helsinkis auf der Festungsinsel. Neben alten Kanonen findet man dort auch viel Natur und nette Cafés.

Vor den Toren Helsinkis auf der Festungsinsel. Neben alten Kanonen findet man dort auch viel Natur und nette Cafés.

Das war wohl früher mal ein Bunker.

Das war wohl früher mal ein Bunker.

Eine der 105 Kanonen.

Eine der 105 Kanonen.

Eins der schon erwähnten total schnuckeligen Cafés. Je weiter vom Fähranleger weg, desto ruhiger.

Eins der schon erwähnten total schnuckeligen Cafés. Je weiter vom Fähranleger weg, desto ruhiger.

Am frühen Abend stand dann noch ein ungeliebter Gang auf meiner Liste. Meine Wäsche ging aus. Ich musste unbedingt einen Waschsalon aufsuchen. Schnell war einer gefunden und mit der Tram auch gut erreichbar. Wie es sich für einen guten Deutschen gehört, hatte ich mir noch Gedanken gemacht, ob’s im Waschsalon wohl einen Münzwechselautomaten gibt. Aber diese Sorge war unbegründet. Der Wasch- und Trockenvorgang konnte im Jahr 2018 natürlich wie in jedem zivilisierten Land kontaktlos mit der Kreditkarte bezahlt werden. Praktischerweise waren die Waschmaschinen direkt in einem Supermarkt. So konnte man problemlos einkaufen, während die Maschine sich drehte.

Einer der Lesesäle in der Nationalbibliothek. Wenn man seinen Rucksack einschließt, darf man kostenlos rein.

Einer der Lesesäle in der Nationalbibliothek. Wenn man seinen Rucksack einschließt, darf man kostenlos rein.

Ein Saal weiter waren Bücher auf sechs Stockwerken gelagert.

Ein Saal weiter waren Bücher auf sechs Stockwerken gelagert.

Am nächsten Vormittag schaute ich mir dann noch ein paar Ecken in Helsinki an. Unter anderem die Nationalbibliothek. Später auch noch die Felsenkirche. Von außen wenig spektakulär, aber von innen schon ein paar Fotos wert. Die Kirche wurde Ende der 70er-Jahren direkt in den Granitfelsen gebaut. Durch 180 schmale Fenster kommt Tageslicht in den Innenraum. Leider werden zur Besichtigung aber auch 3 Euro Eintritt verlangt.

Ich hatte Glück. Als ich in der Felsenkirche war, schien die Sonne. So kam das Spiel zwischen hell und dunkel besser zur Geltung.

Ich hatte Glück. Als ich in der Felsenkirche war, schien die Sonne. So kam das Spiel zwischen hell und dunkel besser zur Geltung.

Zuvor war ich aber noch auf einer weiteren Insel. Auf Seurasaari befindet sich das Freilichtmuseum von Helsinki. Hier im Wald sind zwischen den Bäume alte Häuser aus allen Regionen Finnlands und verschiedenen Zeitaltern zu bestaunen. Mir hat es da richtig gut gefallen. Vor allem weil Donnerstagnachmittag überhaupt nichts los war.

Endlich mal eine Sehenswürdigkeit, die ich nahezu für mich alleine hatte! Ich hab so viele Fotos, dass es dazu noch einen separaten Artikel geben wird.

Nichts mag der Finne mehr als Sauna und kaltes Wasser. Klar, dass da ein Freibad im Hafen nicht fehlen darf!

Nichts mag der Finne mehr als Sauna und kaltes Wasser. Klar, dass da ein Freibad im Hafen nicht fehlen darf!

Mit der Straßenbahn kommt man in Helsinki schnell und komfortabel voran. Teilweise roch es in den Bahnen noch nach Neuwagen!

Mit der Straßenbahn kommt man in Helsinki schnell und komfortabel voran. Teilweise roch es in den Bahnen noch nach Neuwagen!

Abends war dann auch schon wieder packen angesagt. Und duschen. Duschen war in Helsinki nämlich so eine Sache, denn sie war nicht zu jeder Zeit verfügbar. Weil die Stadt relativ teuer ist, was Hotels anging, habe ich mich nach ewiger Zeit mal wieder in ein Hostel eingebucht. Kein 12er-Schlafsaal – schon ein Einzelzimmer, aber eben mit Gemeinschaftsbadezimmer. Gekostet hat die Unterkunft für zwei Nächte dort immer noch 119 Euro.

Eine ganz schöne Umstellung, wenn man das Jahre lang nicht mehr hatte. Aber überlebt habe ich es auch. Zimmer war sehr sauber. Die Lage okay und der Ausblick aus dem 11. Stock hatte was.

Mein Hostel befand sich im 11. Stock eines Hochhauses. Innerhalb einer Hochhaussiedlung. Aber nicht weit von der nächsten Tramhaltestelle.

Mein Hostel befand sich im 11. Stock eines Hochhauses. Innerhalb einer Hochhaussiedlung. Aber nicht weit von der nächsten Tramhaltestelle.

Am nächsten Morgen verließ ich dann gegen 6:30 Uhr das Hostel. Mit der Finnischen Eisenbahn sollte es ins 480 Kilometer entfernte Joensuu gehen. Doch mehr dazu im nächsten Blogpost.

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Dieser Artikel wurde am 19. August 2018 um 09:31 Uhr von mahrko veröffentlicht.
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2 Kommentare

  • Reply Anne 22. August 2018 at 11:33:10

    Schöner Bericht. Danke!
    Ich habe eine kurze Frage: Wo finde ich die kleine Maus? Ich bin auch bald wieder in Helsinki und würde sie gerne anschauen…

    • Reply mahrko 22. August 2018 at 23:52:17

      Hallo Anna,
      du musst in der Rauhankatu 17 ein paar Stufen der Treppe links vom Riksarkivet-Gebäude hochgehen.

      Die Maus heißt Viisas hiiri, Wenn du danach bei GoogleMaps suchst, findest du sie.
      https://goo.gl/maps/CBZA2ZF6zz12

      Liebe Grüße
      Marco

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