Heimat Radreise 23. Juli 2018

Kleine Zwischenbilanz nach einem Jahr mit E-Bike (Pedelec)

Taltotal bei Rüdesrheim

Ziemlich genau ein Jahr lang bin ich nun wieder unter den Fahrradbesitzern. Ein Pedelec-Bike von Winora darf ich mein Eigen nennen. Umgangssprachlich auch „E-Bike“ genannt, auch wenn es eigentlich nicht korrekt ist. Neben den größeren Touren über die ich schon ein paar Mal gebloggt habe, fahre ich aber auch noch, wann immer es das Wetter und mein innerer Schweinehund es zulassen, die rund 20 Kilometer einfache Strecke zwischen Zuhause und meinem Arbeitsplatz in Mainz. Die größte Anstrengung dabei ist, dass ich 45 Minuten früher aufstehen muss.

Weil ich ja ein kleiner Techniknerd bin, habe ich seit ich das Rad besitze, jede einzelne Tour über die GPS-Funktion im Smartphone getracked. So fällt es mir 12 Monat leicht, eine erste Bilanz zu ziehen. Insgesamt geradelt bin ich fast 4900 Kilometer. Ich finde, das kann sich sehen lassen. Vor allem, da ich das Rad eigentlich nur für ein paar Freizeittouren am Rhein entlang gekauft habe.

Gefiltert auf die reinen Kilometer zwischen Wiesbaden und ZDF ergibt das immer noch eine stolze Summe von rund 2000 Kilometern reine Pendelei. Oder anders ausgedrückt. An 55 Arbeitstagen habe ich das Auto stehen lassen. Neben dem eingesparten Geld für das Benzin ergibt das laut CO2-Rechner vom WDR auch über 460 Kilogramm eingespartes Kohlenstoffdioxid. Aber meine Motivation sind weder das gesparte Spritgeld noch das CO2. Ich machs einfach gern! Vor allem auch weil ich die Route liebe. Wer einmal im Frühjahr oder Herbst früh morgens am noch mit Nebel bedeckten Rhein war, der weiß wovon ich spreche.

Meine 2000 Radkilometer haben über 460 Kilo CO2 eingespart.

Meine 2000 Radkilometer haben über 460 Kilo CO2 eingespart.

Wiesbaden, das mehrmals mit dem zweifelhaften Titel „Deutschlands fahrradunfreundlichste Stadt“ ausgezeichnet wurde, verlasse ich ziemlich schnell über Schleichwege. Radle dann einem kleinen Bach entlang, natürlich nicht verbotenerweise durch den Biebricher Schlosspark, sondern westlich dran vorbei. Am Rhein angekommen folge ich diesem einige Kilometer flussaufwärts. Meistens geht es über die Kaiserbrücke rüber in den Mainzer Zollhafen. Leider gibt es an der Eisenbahnbrücke auf beiden Seiten bisher nur Treppenaufgänge. Aber die beiden Landeshauptstädte wollen dies ändern, radfahrerfreundlichere Infrastruktur soll her.

Es folgt ein kurzes Stück durch die Mainzer Neustadt und dann heißt es auch schon 1-2 Gänge zurückschalten am Hartenberg hoch zum SWR. Von hier dann schnurstracks zur Uni und dann über das weitläufige und zum Glück fast autofreie Uni- und FH-Gelände auf die Äcker rund um das Mainzer Stadion. Danach folgt dann der zweite Berg hoch auf den Mainzer Lerchenberg zum ZDF. In kürzester Variante sind das rund 18,5 Kilometer Strecke. Dafür benötige ich je nach Ampelphasen rund 50 Minuten. Dazu kommen ziemlich exakt 12 Minuten zum Duschen.

Bei schönem Wetter kann ja jeder fahren. Hier der Rhein bei herrlichem Frühnebel!

Bei schönem Wetter kann ja jeder fahren. Hier der Rhein bei herrlichem Frühnebel!

Manchmal variiere ich aber auch an einigen Stellen, fahre auch mal durch die Mainzer Innenstadt und Theodor-Heuss-Brücke. Dann sind es ungefähr 20,5 Kilometer. Außerdem hab ich noch eine ampelsparsame Route erkundet. Wenn ich will, dann schaffe ich es auf meiner Route zwei Großstädte mit nur sieben Ampelkreuzungen und einem Bahnübergang zu durchqueren.

Außerdem bin ich aber auch ein kleiner Fahrradaktivist geworden. Wo immer mir ein Radweg nicht passt, weil es vielleicht nur 50 Zentimeter breit und in desolatem Zustand oder überhaupt nicht vorhanden ist, mache ich meinen Ärger darüber laut. Aktuell stehen die Zeichen einigermaßen gut. Beide Städte haben grüne Verkehrsdezernente und ein Dieselverbot droht.

Auch Glasscherben sind leider immer wieder mal ein Thema. Aber meist dauert es maximal 1-2 Tage nach einer Meldung bis die Straße wieder scherbenfrei ist. Wer es mir gleichtun will: in Wiesbaden gibt es für solche Zwecke neben dem Formular auf der Homepage sogar eine eigene App. In Mainz gibt es ebenfalls ein Formular auf der Homepage.


Dieser Artikel wurde am 23. Juli 2018 um 17:15 Uhr von mahrko veröffentlicht.
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2 Kommentare

  • Reply Harald 23. Juli 2018 at 21:14:57

    Bei uns kann man Ärgernisse aber auch Erfreuliches über die RADAR App melden.

    • Reply mahrko 25. Juli 2018 at 10:30:19

      Hab mal nachgeschaut. Für Wiesbaden kann man dort nichts melden und für Mainz nur während des Stadtradel-Zeitraums im August. Dann ist das natürlich nicht so optimal. Da muss ich halt weiterhin Mails an die Stadtwerke schicken.. 😉

      Oder an das Ordnungsamt, die meine Mails dann in bestem Behördendeutsch mit dem Kommentar „z. K. + z. w. V.“ weiterleiten.

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